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Verschiedene Saunaarten Teil 1

Es gibt viel mehr Sauna Arten als nur die bekannte finnische Sauna, die auch hierzulande sehr bekannt ist. Dank dieser großen Vielfalt kommt jeder Saunafan in den individuellen Genuss des Saunierens.

Verschiedene Saunaarten Teil 1
Verschiedene Saunaarten Teil 1

Verschiedene Saunaarten und ihre Wirkungsweise

Wenn der Begriff „Sauna“ fällt, denken viele unwillkürlich an die Finnische Sauna. Und das kommt nicht von ungefähr. Gab es doch früher hierzulande nur diese eine Art der Sauna. Inzwischen gibt es allerdings viele weitere Saunaformen, die wir Ihnen hier kurz vorstellen möchten. Egal ob türkisches Dampfbad, Aromasauna oder russische Banja, bei der großen Auswahl kommt ganz bestimmt jeder auf seine Kosten.

Welche verschiedene Saunaarten gibt es? 

Finnische Sauna

Die finnische Sauna zeichnet sich durch einen Raum aus Holz und hohe Temperaturen auf, für gewöhnlich zwischen 80 und 110°C bei gleichzeitig geringer Luftfeuchtigkeit von lediglich 10 bis 30%. Beheizt wird die Sauna durch einen elektrischen oder mit Holz beheizten Saunaofen, auf dem Steine liegen, die die Wärme an die Umgebungsluft abgeben. Mehrere Holzbänke sind in unterschiedlichen Höhen angebracht. Je weiter oben man sich befindet, desto heißer die Luft.

Der Aufguss findet in der finnischen Sauna durch Übergießen der heißen Steine mit reichlich Wasser statt. So entsteht heißer Wasserdampf, durch den wir die Hitze noch intensiver erleben. Ätherische Öle werden in der finnischen Sauna klassischerweise nicht verwendet, und wenn dann nur wenige Tropfen. Wer in Finnland eine Sauna besucht, wird feststellen, dass sich die Finnen gegenseitig mit Birkenzweige auf den Körper schlagen, das sogenannte Quasten, wie es auch in Russland üblich ist. Dadurch wird die Blutzirkulation im Körper angeregt, was eine erfrischende Wirkung hat. Nach ca. 15 Minuten Schwitzen folgt die erste Abkühlphase. Dieser Zyklus wird zwei- bis dreimal wiederholt. Siehe auch unser Artikel: Ratgeber Finnische Sauna

Biosauna

In der Biosauna sind die Temperaturen niedrig, nämlich um die 40 bis 55°C, bei einer angenehmen Luftfeuchtigkeit von ca. 45-55%. Aufgrund der geringen Temperaturen finden in der Biosauna keine Aufgüsse statt. Um eine angenehme Atmosphäre zu schaffen, greift man hier gerne auf drei Hilfsmittel zurück: erstens auf ätherische Öle – daher auch die alternative Bezeichnung „Aromasauna“ –, zweitens auf spezielle Beleuchtung – rotes Licht wirkt aktivierend auf das Herz, gelbes Licht wird aktivierend auf die Drüsentätigkeit, grünes und blaues Licht wirkt beruhigend – und drittens auf Entspannungsmusik.

All das schafft ein angenehmes Ambiente, das sogar therapeutische Wirkungen erzielen kann. So kann die Biosauna bei Depressionen helfen, sie fördert die Entgiftung und die Reinigung der Haut und regt Kreislauf und Immunsystem an. Die maximale Verweildauer in der Biosauna sollte 45 Minuten nicht überschreiten.

Infrarotsauna

Weitere gängige Bezeichnungen für die Infrarotsauna sind Infrarotkabine oder Wärmekabine. In einer Infrarotsauna befinden sich anstatt eines Saunaofens Infrarot- oder Tiefenwärmestrahler. Es gibt keine Aufgüsse. Das Funktionsprinzip bei der Infrarotsauna: Die in die Wand eingelassenen Infrarotstrahler geben die Wärme durch völlig ungefährliches Infrarotlicht ab, das aber im Gegensatz zur klassischen Sauna erst unter der Haut des Saunagastes in Wärme umgewandelt wird. Man schwitzt daher nicht aufgrund hoher Umgebungstemperaturen – die Wärme in der Infrarotsauna beträgt eh nur zwischen 30 und 50°C –, sondern eher von innen nach außen. Viele empfinden die Wärme in der Infrarotsauna als besonders angenehm. Die Sauna wird zur Förderung der Durchblutung, zur Behandlung von Gelenkproblemen, zum Lösen von Muskelverspannungen, zum Entschlacken, Abnehmen und bei vielen weiteren gesundheitlichen Beschwerden eingesetzt.

Je nach Modell der Infrarotkabine lässt sich die Intensität der Infrarotstrahler individuell einstellen. Eine Sitzung dauert üblicherweise 30 Minuten und kann schon ohne Vorheizen bei normaler Raumtemperatur begonnen werden. Damit der Körper gleichmäßig bestrahlt wird, ist es wichtig, möglichst aufrecht zu sitzen. Siehe auch unser Artikel: Ratgeber Infrarotkabine

Hamam-Sauna

Die Hamam-Sauna ist ein türkisches Dampfbad aus Marmor mit einer äußerst hohen Luftfeuchtigkeit von 90 bis 100%. Dafür beträgt die Temperatur nur 40 bis 50°C und es finden keine Aufgüsse statt. Beim Betreten des Hamams bekommt man ein spezielles Handtuch, Peştemal genannt, für die Hüfte (Männer) bzw. den Rumpf (Frauen). In der Mitte der Sauna befindet sich einer warmer, runder Stein zum Hinlegen, der sogenannte Nabelstein. An den Wänden hängen Waschbecken. Man kann sich entweder selbst mit Wechselgüssen aus dem warmen und kalten Wasser übergießen oder man lässt es den Bademeister, den Tellak, machen. Mithilfe eines Baumwollsacks, in dem sich Seife befindet, findet die Ganzkörperwaschung statt. In der Luft hin- und hergeschwenkt, beginnt der Sack zu schäumen und der Schaum wird auf den Körper abgestreift.

Manche Hamams bieten zusätzlich Peelings an, bei denen die Haut durch kräftiges Reiben mit einem rauen Handschuh abgerubbelt wird, um abgestorbene Hautschuppen zu entfernen und die Durchblutung zu fördern. Weitere Besonderheit des orientalischen Hamams: Hier hat auch die Schönheitspflege ihren Platz. Männer nutzen den Ort gerne für die Rasur, Frauen zum Epilieren des Körpers oder Färben der Haare.

Russische Banja

Banja heißt auf Russisch „Sauna“ und ist das traditionelle Badehaus in Sibirien in Form eines Blockhauses. Früher war die Banja für viele Menschen auf dem Land die einzige Waschgelegenheit. Bis heute ist sie beliebter Treffpunkt unter Russen, sogar für geschäftliche Besprechungen! Eine traditionelle Banja besteht aus mehreren Räumen; neben dem eigentlichen Schwitzraum gibt es noch einen Waschraum und gegebenenfalls noch einen dritten Raum, der als Auskleide- und Erholungsraum dient.

Die Temperaturen in der russischen Banja gleichen denen in der finnischen Sauna, denn sie betragen mindestens 70°C. Die Luftfeuchtigkeit hängt von der Art der Aufgüsse ab, wobei die Aufgüsse auf spezielle Art durchgeführt werden. Ein beliebter Aufguss ist der Bieraufguss, dessen Geruch interessanterweise weniger an Bier und mehr an Brot erinnert. Noch beliebter ist aber der Wenik-Aufguss. Hierfür taucht der Bademeister Birkenzweige (die „Weniki“) in heißes Wasser und verwendet das Wasser für den Aufguss. Es verbreitet sich ein angenehmer Birkenduft. Die Birkenzweige mit Blättern dran werden, in Bündel gebunden, von den Saunagästen wie auch in Finnland üblich zum Abschlagen der Haut verwendet.

Verschiedene Saunaarten Teil 2
Verschiedene Saunaarten Teil 3

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