Wissenswertes

Saunakultur in Italien

Nackt ausziehen und rein in die Sauna. Was für die Deutschen ganz normal ist, findet nicht in jedem Land Zustimmung. Aber wie sieht es in unserem Nachbarland Italien aus?

Saunaregeln auf Italienisch

Saunakultur in Italien – Bedeckt und freizügig zugleich

Wer denkt bei Italien nicht an Amore, heißblütige Männer und offenherzige Schönheiten. Das mag auch alles stimmen. Was die Saunasitten angeht, heißt es aber: »Bitte nicht ohne.« Frauen tragen mindestens einen Bikini, Männer legen eine Badehose an. Dafür saunieren die Italiener durchweg gemischt und in den heißen Kammern geht es durchweg recht munter zu. Gespräche stören die übrigen Saunagäste nicht. Ganz im Gegenteil. Manch ein Saunagänger spricht auch die anderen Gäste an. Besonders hitzig wird es, wenn der Lieblings-Fußballclub oder gar die Nationalmannschaft einmal mehr verloren hat.

Saunaregeln auf Italienisch

Aber Achtung. Die Regeln gelten nicht für ganz Italien. Irgendwo in Südtirol verläuft der Äquator der Freikörperkultur. Wo genau das ist, dass weiß niemand so recht. In jedem Fall kommt es in den Saunen Norditaliens regelmäßig zu Kulturkämpfen. Besucher fragen lieber am Eingang nach jeweils gültigen Saunasitten.

   

Die unsichtbare Grenze

Auch was die übrige Saunakultur angeht, verläuft eine unsichtbare Grenze durch Italien. Die Menschen im Süden mögen es eher lauwarm. Das geht wohl noch auf den Einfluss der alten Römer zurück. Besonders beliebt sind Dampfbäder mit mediterranen Duftstoffen. Daneben erfreuen sich Saunen mit niedrigen Temperaturen großer Beliebtheit. Selten steigt das Thermometer einmal über 70 Grad. Auch Aufgüsse sind etwas Exotisches. Italiener im Süden zelebrieren ihren Saunabesuch gerne als Wellness-Erlebnis. Da trifft es sich, dass die Osmanen im Mittelalter auch ihre Saunakultur mit nach Sizilien gebracht haben – den Haman. Noch immer kommt kein großer Badetempel ohne eine solche Einrichtung aus. Italienische Damen schwören auf Rasulbäder. Sie tragen eine Heilerde auf und ziehen sich mit ihren Freundinnen in einen 50 Grad warmen Raum zurück. Hier darf übrigens ruhig nackte Haut gezeigt werden.

Heiße Italiener im Norden

Die Italiener im Norden mögen ihre Sauna heiß und klassisch. Wenn es im Winter kalt wird, genießen sie das gesundheitsfördernde Vergnügen ausgiebig. Viel Drumherum brauchen sie dazu nicht. Die Saunas sind heiße Räume mit Holzbänken und Saunastein. Die Temperatur darf gerne um die 80 Grad sein und Aufgüsse sind eine willkommene Abwechslung. Allerdings nur so, dass wirklich keiner leiden muss. Auch im Norden Italiens steht der Genuss im Vordergrund.

   

Saunawandel auf Italienisch

Die Saunakultur am Stiefel befindet sich gerade in einem Wandel. Vor allem im Norden entstehen immer mehr große Badetempel. Hier können Besucher in vielen verschiedenen Saunen schwitzen. Es gibt regelmäßige Aufgüsse und vor Ort können Wellness-Leistungen gebucht werden. In den Bädern tummeln sich Touristen und Einheimische gleichermaßen. Deswegen haben sie in der Regel auch im Sommer geöffnet. Aber Achtung: In den warmen Monaten sind oft nur wenige Saunen in Betrieb. Wer also einen solchen Besuch plant, sollte an der Kasse fragen, welche Angebote er wirklich nutzen kann.

 

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