Wissenswertes

Geschichte und Entwicklung der Sauna

Die Geschichte der Sauna hat ihren Ursprung bereits in der Steinzeit. Mittlerweile gibt es die Schwitzstuben in verschiedene Ausführungen und Formen. Aber kommt die heutige Sauna wirklich aus Finnland?

Die Geschichte der Sauna lässt sich bis in die Urgeschichte zurückverfolgen
Geschichte und Entwicklung der Sauna

Die Geschichte der Sauna lässt sich bis in die Urgeschichte zurückverfolgen

Geschichte und Entwicklung der Sauna. Der Begriff „Sauna“ ist das am weitesten verbreitete finnische Wort. Das ist auch nicht weiter verwunderlich, sind doch die Finnen die Saunaweltmeister schlechthin und die finnischen Rauchsaunen praktisch auf der ganzen Welt bekannt. Aber wussten Sie, dass die Sauna eigentlich gar nicht in Finnland erfunden wurde? Ihre Geschichte lässt sich bis in die Steinzeit zurückverfolgen und beginnt im Osten Asiens mit den sogenannten Schwitzbädern.

Alles begann mit den Schwitzbädern

Die Ursauna war das Schwitzbad und das gibt es schon seit Jahrtausenden. Die frühesten archäologischen Funde stammen aus Asien und lassen erkennen, dass bereits unsere Vorfahren die wohltuende Wärme heißer Steine zu schätzen wussten. Damals gruben die Menschen Erdlöcher und legten heiße Steine hinein, um die Luft aufzuheizen. Die Steine wurden zuvor im Feuer aufgeheizt und danach mit Wasser übergossen, was Dampf erzeugte und die angenehme Wärme noch verstärkte. Der Aufguss war geboren. Die Grube bedeckten sie mit Zweigen und Ästen. Auch Zelte wurden für solche Schwitzbäder verwendet.

Das Ganze diente anfangs hauptsächlich der Körperpflege, denn Steine im Feuer zu erwärmen war mit wesentlich weniger Aufwand verbunden, als Wasser in Gefäßen zu erhitzen und auf Wanderungen immer mitschleppen zu müssen. Interessanterweise berichtet der griechische Geschichtsschreiber Herodot von einem Brauch des Volkes der Skythen, das sich nach Totenbestattungen mithilfe von Schwitzbädern in einem Zelt reinigte, das durch glühend heiße Steine erhitzt wurde.

Badehäuser der Mayas und Azteken

Bestimmt nutzten die Menschen die Schwitzbäder aber auch zur Erholung nach der Arbeit oder um nach anstrengenden Wanderungen oder Kämpfen neue Kraft zu schöpfen. Mit der Zeit entwickelten sich die Gruben bei manchen Völkern offensichtlich zu spirituellen Orten. So entdeckten Forscher beispielsweise bei den Mayas und Azteken Badehäuser aus Lehm in der Nähe von Kultstätten, was die Vermutung nahelegt, dass die Schwitzbäder bei diesen Völkern auch rituellen Zwecken dienten. Schließlich ging man sogar so weit, dass man sich durch Schwitzbäder von bösen Geistern reinigen wollte!

Weiterentwicklung durch die Finnen

Die Finnen zogen vor knapp 2000 Jahren von ihrer ursprünglichen Heimat in Asien nach Skandinavien und nahmen die Saunatraditionen mit. In der neuen Heimat waren sie froh über das Schwitzbad, bot es sich bei dem kalten Klima doch geradezu an, denn das Lagerfeuer allein spendete nicht ausreichend Wärme. Allerdings war der Boden gefroren und das Graben von Erdlöchern kaum möglich. So suchte man nach Möglichkeiten, die Schwitzbäder oberhalb der Erde durchzuführen, es entstanden die ersten Saunen in Zelten, Holzhütten oder Steinhäusern. Darin befand sich ein Feuer, in dessen Flammen die Finnen Steine erhitzten. Sobald die Steine heiß genug waren, löschte man das Feuer und schloss den Raum, sodass sich darin eine wohlige Wärme ausbreiten konnte. Für die Finnen war dieser Raum fast schon ein heiliger Ort, an dem sogar Kinder geboren wurden.

Weltweite Verbreitung der Schwitzbäder

Von Ostasien aus verbreitete sich die Tradition des Schwitzens über die ganze Welt. Ersichtlich ist das noch heute bei den Ureinwohnern Amerikas, die die ursprünglichen Schwitzbäder teils bis heute beibehalten haben. Besonderen Anklang fanden die Schwitzbäder bei den alten Griechen, die sich in trockener, heißer Luft badeten und dann in kaltem Wasser abkühlten. Und natürlich bei den Römern, die ja ohnehin für ihre Badevorliebe bekannt sind. Im alten Rom wurden auf kaiserliche Anordnung hin pompöse Schwitzbäder gebaut, wie etwa das Laconium: Ein Kohlebecken, das in der Mitte eines Raumes aufgestellt war, erzeugte die trockene, heiße Luft.

Die Badstuben Europas

In Europa fanden die Germanen etwa ab dem 8. Jahrhundert zunehmend Gefallen an der neuen Badekultur, wenn gleich deren bescheidene Bäder in keiner Weise mit den monumentalen Bauten der Römer vergleichbar waren. In mittelalterlichen Schriftstücken begegnet einem immer wieder der Begriff „Badstube“, womit Bäder gemeint sind, die öffentlich zugänglich waren. Zuerst war das germanische Bad eher eine kellerartige Grube mit einem Holzdach. Doch wurden auch Holzschnitte und Stiche aus der Zeit der Merowinger gefunden, die Räume aus Holz mit aufsteigenden Bänken sowie mit Steinöfen ähnlich der Ausrüstung in heutigen Saunen zeigen. Neben der naheliegenden Bedeutung als Badezimmer mit Waschzuber, in denen die Gäste gewaschen, frisiert und rasiert wurden, handelte es bei den Badstuben bisweilen um richtige Schwitzbäder, die Vorgänger der heutigen Saunen.

Badstuben im Mittelalter

So gab es im Mittelalter in größeren Städten mehrere öffentliche Badstuben, so etwa 29 in Wien, 26 in Paris und 5 in Berlin neben vielen weiteren Städten plus private Badstuben. Diese Badstuben waren in Europa lange Zeit in Verwendung, bis sie im 18. und 19. Jahrhundert weitgehend von der Bildfläche verschwanden, was auf die schlechten hygienischen Bedingungen und religiöse Bedenken der damaligen Zeit zurückzuführen ist. Ganz im Gegensatz übrigens zu Russland und Finnland, in denen die Tradition der Saunen – in Russland „Banja“ genannt – bis zum heutigen Tag durchgehend weitergeführt wurde.

Auch in Deutschland wieder sehr beliebt

Zeitgleich mit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland im Jahre 1949 kamen die Schwitzbäder zurück, für die man von nun an allerdings das berühmte finnische Wort „Sauna“ verwendete. Begonnen hat es mit den Olympischen Spielen im Jahr 1936, als sich finnische Sportler eine kleine Sauna wünschten – ein Novum, über das in den Medien ausführlichst berichtet wurde. So gab es schon Ende der 30er-Jahre und Anfang der 40er-Jahre einzelne Saunaanlagen.

Tag der Sauna

Nach dem Zweiten Weltkrieg stieg die Zahl der Saunen weiter an, was auf heimkehrende Soldaten zurückzuführen sein mag. Als Soldaten an der Ostfront hatten sie das Saunieren kennengelernt und begannen nun in ihrer deutschen Heimat selbst öffentliche Saunen zu erreichen. In den folgenden Jahrzehnten gab es immer mehr Saunaanlagen in Deutschland, Hotels ließen sich eigene Saunalandschaften einbauen und die Menschen schufen sich Eigenheimsaunen nach finnischem Vorbild. Inzwischen ist der Saunagang in Deutschland wieder so beliebt, dass sich Saunaliebhaber dafür eingesetzt haben, am 24. September den „Tag der Sauna“ zu feiern.

 

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