Was ist eine Schwitzhütte?

Was ist eine Schwitzhütte? Wenn Sie diesen Begriff schon oft gehört haben und nicht wissen, was dahintersteckt, sind Sie bei uns richtig.
Ein Brauch der Indianer - Sweat Lodge

Ein Brauch der Indianer – Sweat Lodge

Häufig wird der Begriff als Synonym für die Sauna benutzt. Das ist aber nur halb richtig. Denn hinter dieser Bezeichnung versteckt sich eigentlich ein uraltes Ritual, in dessen Mittelpunkt ein heißer Raum steht. In diesem Artikel erfahren Sie alles Wissenswerte rund um die Tradition: Woher sie stammt, was sie nutzt und wie Sie das Ritual heute noch erleben können.

Erfunden haben die Schwitzhütte die Ureinwohner Nordamerikas, besser bekannt als Indianer. Daher wird das Ritual auch oft mit englischen Ausdruck Sweat Lodge bezeichnet. Auch die Kelten und Germanen müssen schon ähnliche Zeremonien gekannt haben. Das legen zumindest Grabungsfunde nahe. Überliefert ist, dass die Zeremonie bei den Indianern der Reinigung und Heilung diente.

Auch heute schwören Menschen noch auf die Kraft der Hitze. Das Ritual wird von sogenannten Schamanen angeboten. Im öffentlichen Bad werden Sie Schwitzhütte wohl vergebens suchen. Hier ist Sie eher eine Randerscheinung. Wenn Sie einmal ein solch ursprüngliches Schwitzbad erleben wollen, sollten sie im Netz einen Schamanen in Ihrer Nähe suchen. Sie bieten es meist in ihrem Garten an.

Bauweise einer Schwitzhütte

Die eigentliche Hütte ist nicht sonderlich hoch, meist etwa 120 Zentimeter. In der Regel handelt es sich um eine Art Zelt, das aus einem Weidengeflecht besteht. Dieses Geflecht wird mit Fellen oder Decken abgedeckt. In der Mitte des Innenraums findet sich ein Loch, in das heißen Steine gelegt werden. Sie sorgen später für die wohlige Wärme in der Hütte. Erwärmt werden die Steine an einer Feuerstelle, die wenige Meter entfernt liegt.

Ablauf des Rituals

Bevor es losgehen kann, ist Teamarbeit gefragt. Gemäß den Regeln des Rituals sammeln die Teilnehmer zunächst Steine und Holz. Ist das erledigt, wird das Feuer entfacht und die Steine gewärmt. Der Feuerhüter hat die Aufgabe, die Steine in das Zelt zu tragen. Bevor er das aber macht, begeben sich die Teilnehmer in die Hütte. Dort sitzen sie auf Baumpfählen. Erst wenn der letzte Platz genommen hat, legt der Feuerhüter die Steine in die Mulde. Beim Aufschichten folgt er strengen Regeln. Während des Durchgangs macht er immer wieder Aufgüsse mit klarem Wasser. Für den Duft und die Reinigung werden Kräuter auf den Boden gelegt.

Apropos Durchgänge: Von ihnen gibt es nach den klassischen Regeln vier Stück. Bei der ersten Runden sollen die Teilnehmer jemandem danken, beim zweiten sich etwas für jemand anderen wünschen, beim dritten von etwas loslassen und beim vierten soll das durch entstandene Vakuum wieder gefüllt werden.

Indischer Sweat Lodge

Was bringt es?

Nach indianischem Glauben dient das Schwitzen in diesen Hütten der Reinigung und der Heilung. Glaubt man den Ureinwohnern Nordamerikas, beseitigt das Ritual nahezu alle “Krankheiten”. Gesund ist das Schwitzen in jedem Fall. Zumal sich die Teilnehmer dank der strengen Regeln voll und ganz auf das Erlebnis einlassen können. Die innere Reinigung soll zudem zu einer Wiedervereinigung mit eigenem Geist führen. So sehen zumindest die Schamanen die Lehren aus längst vergangenen Tagen aus. Wer sich darauf einlässt, wird zumindest eine sehr tiefe Entspannung erleben. Damit die Zeremonie wirkt, soll die Hütte während der gesamten Zeit nicht verlassen werden.

Die Regeln sind heute allerdings nicht mehr so streng. Inzwischen erlauben es die meisten Feuermeister den Teilnehmern, die Hütte in den Pausen zwischen den Durchgängen zu verlassen. Ob man nun dran glaubt oder nicht: Ein ganz besonderes Erlebnis ist eine solche Schwitzhütte in jedem Fall. Wer schon Erfahrungen damit hat, kann diese gerne mit uns teilen.

 

Kauftipp: The Lakota Ritual of the Sweat Lodge

Studies in the Anthropology of North American Indians (Englische Version)

Ein beständiger und wichtiger Bestandteil des religiösen Lebens der Lakota ist seit Jahrhunderten das Intipi, das Ritual der Schwitzhütte. Die Schwitzhütte hat sich seit ihrer ersten Beschreibung im späten siebzehnten Jahrhundert in ihrem Aussehen kaum verändert. Das Ritual selbst besteht aus Liedern, Gebeten und anderen Handlungen, die in einer eng umschlossenen, dunklen und extrem heißen Umgebung durchgeführt werden. Teilnehmer, die gemeinsam schwitzen, erfahren moralische Stärkung, körperliche Heilung und die Erneuerung sozialer und kultureller Bindungen. Auch heute noch ist das Schwitzhüttenritual ein wichtiger Teil der Lakota-Religion. Es wurde auch von Nicht-Indianern – oft kontrovers – genutzt. In jüngster Zeit ist das Ritual bei den Lakotas populär geworden, die sich von Alkohol- und Drogenabhängigkeit erholen. Diese Studie ist die erste, die sich eingehend mit der Geschichte und Bedeutung der Lakota-Schwitzhütte befasst. Indem er Daten aus historischen Quellen und Feldforschung im Pine Ridge Reservat zusammenführt, liefert Raymond A. Bucko eine detaillierte Diskussion über Kontinuität und Veränderungen des Schwitzrituals im Laufe der Zeit. Er bietet überzeugende Erklärungen für die Langlebigkeit der Zeremonie und ihre anhaltende Popularität.

 

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*Letzte Aktualisierung am 23.06.2021 um 05:44 Uhr / Affiliate Links / Bilder & Texte von der Amazon Product Advertising API. Preise ohne Gewähr.