Gesundheit

Dürfen Herzpatienten in die Sauna gehen?

Regelmäßiges Saunabaden wirkt wohltuend auf Körper und Geist, sie stärken das Immunsystem und sorgen für ein frisches Aussehen, denn die Hautzellenerneuerung wird angeregt. Aber darf ich als Herzpatient in die Sauna gehen? Eine pauschale Antwort auf diese Frage gibt es nicht. Wir sind ihr trotzdem nachgegangen und klären auf.

Dürfen Herzpatienten in die Sauna gehen

Schwitzen in der Sauna als Herzpatient

Dürfen Herzpatienten in die Sauna gehen? Diese Frage beschäftigt viele, nicht nur Betroffene. Immerhin ist die wohlige Wärme ja ziemlich gut für die Gesundheit. Da sollten doch auch Menschen mit Herzleiden von diesem Vergnügen profitieren, oder? Aber ist das wirklich so einfach? Immerhin strengt die Hitze den Organismus doch ziemlich an. Wir sind dieser Frage für Sie nachgegangen. Eines vorweg. Eine einfache Antwort kennen auch wir nicht. Wir wollen Ihnen aber alles Wissenswerte zu diesem Thema erklären.

Wer sollte nicht in die Sauna gehen?

Um die Frage zu klären, wer sicher nicht in die Sauna gehen sollten, müssen wir uns anschauen, was eigentlich in der Hitze geschieht. Wie Sie wissen, wird die Luft dort ziemlich heiß. In der Regel klettert das Thermometer auf Temperaturen zwischen 60 und 90 Grad. Das Ziel des Ganzen ist, die Temperatur des Körpers aufzuheizen. Über die Atmung gelangt die heiße Luft in die Lunge und die übrigen Atemwege. Insgesamt ist zu erwarten, dass die Temperatur im Körperkern um bis zu zwei Grad steigt. Weil das so ist, produziert der Körper eine Menge Schweiß. Außerdem schüttet er Stresshormone aus und weitet die Blutgefäße.

Das sind ziemlich viele Prozesse, die da im Körper ablaufen. Es stimmt zwar, dass Sie ziemlich gesund sind. Wahr ist aber auch, dass ein Saunagang eine große Belastung für den Organismus ist. Deswegen müssen Herzpatienten besonders vorsichtig sein. Schließlich ist ihr Körper ohnehin stark geschwächt. Wer das gesunde Schwitzvergnügen genießen möchte, sollte unbedingt mit seinem behandelnden Arzt sprechen. Nur er kann einschätzen, ob der Patient den Belastungen gewachsen ist.

Die Hitze auf jeden Fall meiden sollten Patienten mit Herzrhythmusstörungen, unregelmäßigem Blutdruck und instabiler Angina Pectoris. Außerdem müssen Menschen mit einer ausgeprägten Herzschwäche auf dieses Vergnügen verzichten.

Was sagt die Wissenschaft?

Viele Forscher haben sich bereits mit den Vorzügen des Saunierens beschäftigt. In zahlreichen Studien wurde bewiesen, dass das heiße Vergnügen sowohl gut für die Atemwege als auch gesund für den Kreislauf ist. An der Universität Innsbruck kamen Wissenschaftler in diesem Zusammenhang zu sehr interessanten Ergebnissen. In einer Langzeitstudie konnten sie nachweisen, dass Menschen, die regelmäßig schwitzen, ein um 70 Prozent verringertes Risiko hatten, an Herzkrankheiten zu erkranken. Außerdem hat das Schwitzbad eine regulierende Wirkung auf den Blutdruck. Patienten mit leichtem Bluthochdruck konnten sogar nach einigen Monaten auf die Tabletten verzichten. Die Ergebnisse der Studie gelten allerdings nur für weitgehend gesunde Menschen.

Auch Frauen profitieren

Wenn über Herzkrankheiten gesprochen wird, denken viele zuerst an Männer. Dieser Reflex ist nicht vollkommen unbegründet. Noch immer ist die Mehrheit der Herzpatienten männlich. Woran das liegt, wissen die Wissenschaftler nicht genau. In den vergangenen zehn Jahren erkrankten aber zunehmend Frauen am Herzen. Die auslösenden Faktoren waren die gleichen wie bei den männlichen Patienten: Stress, ungesunder Lebenswandel, Alkohol und Nikotin. Die gute Nachricht für die Damen der Schöpfung. Auch sie profitieren von regelmäßigen Saunagängen. Zwar sind die wissenschaftlichen Studien an dieser Stelle noch nicht sonderlich ausgeprägt. Es gibt aber Grund zu der Annahme, dass auch in diesem Fall die gleichen Mechanismen wie bei Männern wirken.

Infrarot-Saunen sind eine Chance

Während sich in der Sauna die Luft erhitzt, machen sich Infrarot-Saunen einen anderen Mechanismus zu nutze. Sie erwärmen den Körper direkt mit Strahlen. Weil hier die heiße Luft nicht eingeatmet wird, ist das schonender für den Körper. So können auch Menschen mit Herzkrankheiten von der gesunden Hitze profitieren – nach Rücksprache mit dem Arzt. Die gesundheitlichen Vorteile sind im Wesentlichen die Gleichen wie die der herkömmlichen Sauna. Allerdings gibt es eine Einschränkung. Die positiven Effekte halten weniger lang an. Sie müssen also häufiger vor die rote Lampe.

Bluthochdruck ist ein Sonderfall

Auch Menschen mit Bluthochdruck zählen zu den Herzpatienten. Aber für sie gelten in Bezug auf das Saunabaden anderen Regeln, denn die gesundheitliche Beeinträchtigung ist vergleichsweise gering. Allerdings sollten auch sie nicht einfach drauflos schwitzen. Vor dem Gang ins Saunabad steht das Gespräch mit dem Arzt. Er wird ein EKG anfertigen, um Schädigungen des Herzens auszuschließen. Gibt er grünes Licht, steht dem gesunden Schwitzen aber nichts mehr im Weg.

Wichtig ist jedoch, dass Patienten mit Bluthochdruck im Saunabad langsam machen. Setzen Sie sich nicht in die heißeste Hütte und übertreiben Sie es in Sachen Länge nicht. Auch beim Abkühlen gilt: Vorsicht ist besser als Nachsicht. Stellen Sie sich nicht unter die eiskalte Dusche. Lauwarmes Wasser ist schonender und genauso effektiv.

Wenn Sie diese Ratschläge beherzigen, können Sie aber nach Herzenslust saunieren. Sie werden von diesem Vergnügen sogar profitieren, denn Sie trainieren Ihre Blutgefäße. Wenn Sie sich regelmäßig auf die Holzbank begeben, ist es sogar möglich, dass Sie auf Tabletten verzichten können.

Fazit für Herzpatienten

Ein gesundes Saunabad ist also für Menschen mit leichten Herzerkrankungen durchaus möglich, wenn einige Regeln beachtet werden. Unter Umständen können Sie sogar großen Nutzen aus dem gesunden Vergnügen in der Hitze ziehen.

 

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von Saunazeit Magazin können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

 

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