So machst du den Aufguss sicher: Mischverhältnis, Eimer und Ofen

Wer einen sicheren Saunaaufguss machen möchte, muss kein ausgebildeter Saunameister sein. Wichtig ist vor allem, die richtigen Mengen zu verwenden und einige grundlegende Regeln zu beachten. Ein Vorfall im Februar hat gezeigt, wie schnell ein falsches Mischverhältnis im Aufgusseimer zu einer Stichflamme führen kann. Hier erfährst du, wie du das Aufgusswasser richtig vorbereitest, welche Mengen geeignet sind und was am Saunaofen nichts zu suchen hat. Entscheidend sind dabei immer die Herstellerangaben für deinen Ofen und das verwendete Aufgussmittel.
Symbolbild: Saunazeit / KI

Warum beim Aufguss mehr passieren kann, als man denkt

Ein Saunaaufguss gehört für viele einfach zum Saunagang dazu: Wasser auf die heißen Steine, ein angenehmer Duft und schon steigt der Dampf auf. Doch so selbstverständlich dieser Vorgang wirkt, ganz ungefährlich ist er nicht. Denn im Saunaofen treffen hohe Temperaturen auf Wasser und häufig auch auf brennbare Inhaltsstoffe. Nach Angaben der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) erreichen die Steine im oberen Bereich eines Saunaofens Oberflächentemperaturen von etwa 100 bis 250 °C. Gelangt Wasser weiter nach unten, kann es sogar auf Heizelemente treffen, die bis zu 450 °C heiß werden.

Eine weitere Gefahrenquelle ist das Aufgussmittel. Es enthält meist ätherische Öle, die in Alkohol gelöst sind. Dieser Alkohol kann leicht entzündlich sein und macht bei vielen Produkten laut Sicherheitsdatenblättern mehr als die Hälfte des Inhalts aus. Deshalb darf Aufgussmittel niemals unverdünnt auf die heißen Steine gelangen. Auch Ofenhersteller warnen vor der Brandgefahr durch Kräuter, ätherische Öle und falsch dosierte Aufgussmittel. Darauf weist beispielsweise die Bedienungsanleitung des Eterno-Ofens (9 bis 12 kW) ausdrücklich hin.

Wie schnell eine solche Mischung gefährlich werden kann, zeigte ein Unfall im österreichischen Kleinarl im Februar 2026. Eine Jugendliche befand sich allein in der Sauna und goss nach Angaben der Polizei eine falsch angesetzte Mischung aus Wasser und Saunaöl auf die heißen Steine. Dabei entstand eine Stichflamme, die sogar auf die Lampenschirme übergriff. Die Jugendliche wurde verletzt.

Der Vorfall zeigt, dass beim Aufguss vor allem drei Dinge entscheidend sind: die richtige Dosierung, der sichere Umgang mit dem Saunaofen und die notwendige Aufsicht bei Jugendlichen. Wie du einen Aufguss in deiner Heimsauna richtig durchführst, erfährst du in unserem Ratgeber Saunaaufguss in der Heimsauna richtig durchführen. Hier schauen wir uns dagegen genauer an, welche Fehler gefährlich werden können und wie du sie vermeidest.

Das richtige Mischverhältnis: Was in den Eimer gehört

Das Aufgusswasser setzt du außerhalb der Sauna an. Das Aufgussmittel gehört laut Herstellern nie unverdünnt auf die Steine.

Was nicht in den Eimer gehört

Beim Saunaaufguss kommt es vor allem auf die richtige Mischung an. Unverdünnte Konzentrate und zusätzlicher Alkohol haben im Aufguss nichts zu suchen. Viele handelsübliche Aufgussmittel enthalten zwar selbst Alkohol als Lösungsmittel, müssen aber entsprechend der Herstellerangaben mit Wasser verdünnt werden. Alkoholische Getränke sind als Aufgusszusatz ungeeignet.

Auch bei Kräutern und Pflanzenteilen ist Vorsicht geboten. Einige Ofenhersteller raten ausdrücklich davon ab, sie direkt auf die heißen Steine oder ins Aufgusswasser zu geben. Eine zu hohe Konzentration von Aufgussmitteln kann außerdem gefährlich werden: Bestimmte Ofenhersteller warnen vor möglichen Verpuffungen. Manche Duftkonzentrate sind zudem als leichtentzündlich eingestuft.

Achte deshalb immer auf die Dosierungs- und Sicherheitshinweise des jeweiligen Aufgussmittels und die Bedienungsanleitung deines Saunaofens. Verwende nur geeignete Produkte und halte dich genau an die vorgeschriebene Verdünnung.

Die Dosierung steht auf der Flasche

Eine feste Dosierung gibt es nicht. Je nach Hersteller werden unterschiedliche Mengen empfohlen: Laut einer Untersuchung der DGUV reichen die Angaben von wenigen Millilitern bis zu 30 Millilitern Konzentrat pro Liter Wasser. Bei dem erwähnten Eukalyptus-Konzentrat liegt die empfohlene Menge beispielsweise bei 10 bis 20 Millilitern pro Liter. Halte dich deshalb immer an die Dosierung auf dem Etikett deines Produkts. Die Angaben eines anderen Duftes lassen sich nicht einfach übertragen.

Wie wichtig die richtige Menge ist, zeigen Messungen in gewerblichen Saunen: Wurde das Aufgussmittel nach Herstellerangabe dosiert, blieben die gemessenen Formaldehydwerte innerhalb der geltenden Grenzwerte. Formaldehyd kann entstehen, wenn Bestandteile des Aufgussmittels stark erhitzt werden. Bei deutlich überdosiertem Aufgusswasser wurde dagegen der zulässige Kurzzeitwert überschritten.

Diese Messungen beziehen sich auf die Belastung von Beschäftigten in gewerblichen Saunen. Sie lassen sich nicht ohne Weiteres auf eine private Heimsauna übertragen. Sie zeigen aber, warum du beim Mischen nicht einfach nach Gefühl mehr Konzentrat verwenden solltest.

Miss das Konzentrat deshalb mit einem Messbecher ab und mische es nach der Anleitung deines Produkts mit Wasser, bevor du in die Sauna gehst. Wenn du Düfte erst vergleichen möchtest, hilft dir „60 Saunaaufgüsse in einer Box: Lohnt sich die Nordholz Discovery Box XXL wirklich?“.

Saunaaufguss sicher machen: Wohin der Aufguss gehört und wie viel du aufgießen kannst

Das Aufgusswasser gehört nur auf die Saunasteine. Verteile es langsam und gleichmäßig, damit es gut verdampfen kann. Achte darauf, dass kein Wasser auf die Heizstäbe gelangt. Auch die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) weist darauf hin, dass die Heizelemente nicht direkt mit Wasser in Berührung kommen sollten. Denn auf den sehr heißen Metallflächen können aus den Bestandteilen des Aufgussmittels gesundheitlich bedenkliche Stoffe wie Formaldehyd entstehen.

Die Menge: lieber weniger als zu viel

Wie viel Wasser du pro Aufguss verwenden solltest, hängt von der Größe deiner Saunakabine und deinem Ofen ab. Die Anleitung für den Thermic Kompakt empfiehlt höchstens 15 Milliliter Wasser pro Kubikmeter Kabinenvolumen. Die DGUV nennt für gewerbliche Saunen bis zu 30 Milliliter pro Kubikmeter und Aufguss. Das ist allerdings ein Richtwert für den gewerblichen Betrieb und keine allgemeine Empfehlung für deine Heimsauna.

Zur Orientierung: Bei einer Kabine mit 8 Kubikmetern entsprechen 15 bis 30 Milliliter pro Kubikmeter insgesamt 120 bis 240 Milliliter Wasser. Bei 6 Kubikmetern sind es 90 bis 180 Milliliter. Entscheidend ist aber immer die Bedienungsanleitung deines Saunaofens. Wenn du die zulässige Wassermenge nicht kennst, solltest du vorsichtig dosieren und nicht einfach den höheren Wert verwenden.

Auch die Größe der Kelle spielt eine Rolle. In der Anleitung eines 6-kW-Ofens ist beispielsweise eine maximale Füllmenge von 0,2 Litern pro Kelle angegeben. Gieße das Wasser langsam und nicht auf einmal auf die Steine. Sonst kann heißes Wasser auf die Saunierenden spritzen. Die Anleitung des Thermic-Ofens empfiehlt außerdem, den Aufguss von der Seite durchzuführen. So verringerst du das Risiko, dich am aufsteigenden heißen Dampf zu verbrühen.

Wichtig: Gieße kein Wasser auf die Steine, solange sich jemand in der Nähe des Ofens aufhält. Laut der Anleitung eines 6-kW-Ofens kann kochend heißes Wasser spritzen und der aufsteigende Dampf Verbrennungen verursachen.

Pausen und Ofenleistung

Zwischen zwei Aufgüssen solltest du genügend Zeit lassen, damit sich die Saunasteine wieder richtig aufheizen können. Ist der Saunaofen zu leistungsstark, kann er die Kabine zwar schnell erwärmen, die Steine erreichen aber möglicherweise nicht die nötige Temperatur. Dann verdampft das Aufgusswasser nicht vollständig und kann in den Steinkorb laufen.

Deshalb ist es wichtig, dass die Leistung des Ofens zur Größe und Bauweise deiner Saunakabine passt. Eine erste Orientierung findest du in unserem Ratgeber. „Was kostet ein Saunagang zu Hause wirklich? Die Stromkosten einer Sauna zum Nachrechnen“.

Eimer, Kelle und Zubehör: Was nicht auf oder an den Ofen gehört

Der Saunaofen ist kein Ablageplatz. Handtücher, Kleidung, Holzeimer und andere Gegenstände dürfen niemals auf dem Ofen liegen. Durch die große Hitze können sie beschädigt werden oder sogar Feuer fangen. Auch den Ofen abzudecken ist gefährlich. Deshalb solltest du deine Sauna auch nicht zum Trocknen von Wäsche nutzen.

Bevor du den Ofen einschaltest, solltest du immer prüfen, ob sich Gegenstände darauf oder in der Nähe befinden. Das ist besonders wichtig, wenn du deine Sauna per App oder Zeitschaltuhr starten kannst. Bei einem Fernstart muss eine geeignete Sicherheitseinrichtung verhindern, dass sich der Ofen einschaltet, wenn noch Gegenstände darauf oder im Gefahrenbereich liegen. So vermeidest du, dass die Sauna unbeaufsichtigt in Betrieb geht, obwohl etwas Feuer fangen könnte.

Kübel und Kelle

Stelle den Saunakübel neben den Ofen oder auf eine Bank, aber niemals direkt darauf. Nach dem Saunagang solltest du den Kübel aus der Kabine nehmen und das restliche Aufgusswasser wegschütten. So bleibt keine bereits gemischte Flüssigkeit für den nächsten Saunagang stehen, bei der später möglicherweise nicht mehr klar ist, wie sie zusammengesetzt oder dosiert wurde.

Wenn du einen passenden Holzeimer für deine Heimsauna suchst, findest du bei Saunazeit unseren Ratgeber „Der kela Saunakübel aus Fichtenholz: Klassiker für den perfekten Aufguss“.

Steine und Heizelemente im Blick

Auch die Saunasteine solltest du regelmäßig kontrollieren und bei Bedarf austauschen. Zerbrochene oder stark zerbröselte Steine können die Luftzirkulation beeinträchtigen und sollten deshalb entfernt werden. Als Orientierung empfiehlt sich eine Kontrolle mindestens einmal im Jahr oder nach etwa 500 Betriebsstunden. Achte außerdem darauf, nur geeignete Saunasteine zu verwenden. Keramische Steine und Speckstein sind nicht für jeden Saunaofen geeignet. Wichtig ist auch, dass die Heizelemente vollständig und gleichmäßig mit Steinen bedeckt sind. Andernfalls kann es zu einer gefährlichen Hitzeentwicklung kommen.

Mehr über die Auswahl und Verwendung geeigneter Steine erfährst du in unserem Ratgeber „Die Magie der Wärme: Verliebe Dich neu in Dein Sauna-Ritual mit den Original Harvia Saunasteinen“.

Heimsauna, Hotel und öffentliche Sauna: Wer aufgießt und was im Notfall zu tun ist

In der Heimsauna bist du selbst für den sicheren Betrieb verantwortlich. Deshalb solltest du dich immer zuerst an die Bedienungsanleitung deines Saunaofens halten. Sie enthält wichtige Hinweise zur richtigen Nutzung und zu möglichen Gefahren. Auch die Saunakabine selbst muss sicher gebaut sein: Die Tür sollte sich nach außen öffnen lassen und im Notfall jederzeit leicht zu öffnen sein. Eine Verriegelung, die das schnelle Verlassen der Kabine verhindert, ist unbedingt zu vermeiden.

In öffentlichen Saunen übernimmt normalerweise das Personal den Aufguss. In Hotels oder Fitnessstudios gelten allerdings unterschiedliche Regeln. Frage deshalb im Zweifel nach, ob du selbst aufgießen darfst. Verwende niemals Aufgusswasser, dessen Zusammensetzung oder Dosierung du nicht kennst.

Was tun, wenn es brennt? Verlasse sofort die Kabine und bringe dich und andere in Sicherheit. Alarmiere anschließend die Feuerwehr über die Notrufnummer 112. Wird jemand verletzt, muss umgehend medizinische Hilfe verständigt werden.

Meine Einschätzung

Aus meiner Sicht ist der wichtigste Schritt der kleinste: das Konzentrat abmessen statt schätzen. Ein kleiner Aufguss mit gut verdampfenden Steinen trägt den Duft meist besser als viel Konzentrat. Wenn bei dir regelmäßig Wasser unten durchläuft, würde ich nicht mehr Wasser nachgießen, sondern prüfen, ob Ofenleistung und Steine zur Kabine passen. Und ich würde nur Aufgussmittel verwenden, bei denen Dosierung und Hinweise klar auf der Flasche stehen.

Als Gewohnheit hat sich für mich ein fester Ablauf bewährt: erst Ofen und Umgebung prüfen, dann das Wasser außerhalb der Kabine ansetzen, dann in kleinen Portionen aufgießen. Wer diese drei Schritte immer in derselben Reihenfolge macht, vergisst im Alltag am wenigsten.

Diese drei Sicherheitsregeln solltest du unbedingt beachten

  • Kinder und Jugendliche: Kinder und Jugendliche sollten den Saunaofen und den Aufguss nicht unbeaufsichtigt bedienen. Lass sie das Aufgusswasser niemals allein ansetzen oder auf die heißen Steine gießen.
  • Fernstart: Wenn du deinen Saunaofen per App oder Zeitschaltuhr startest, vergewissere dich vorher, dass keine Gegenstände auf dem Ofen liegen und ein sicherer Betrieb gewährleistet ist.
  • Reizungen: Wenn dir bei einem Aufguss die Augen brennen oder du husten musst, verlasse die Sauna und verzichte auf weitere Aufgüsse mit diesem Duft.

Fazit

Ein sicherer Aufguss ist in der Regel ein kleiner, gut vorbereiteter Aufguss. Miss das Konzentrat nach der Angabe auf der Flasche ab, setze das Aufgusswasser außerhalb der Sauna an und gieße wenig, langsam und nur auf die Steine. Prüfe vor dem Einschalten, dass nichts auf dem Ofen liegt, und leere den Kübel nach dem Saunagang. So vermeidest du die zwei Fehlerquellen, die in den Herstellerhinweisen mehrfach genannt werden: falsche Mischung und falsch genutzter Ofen.

Mein Produkt-Tipp: ein Saunakübel mit Kelle*

Ein Saunakübel mit passender Kelle gehört zur Grundausstattung für einen sicheren Aufguss. Stelle den Kübel neben den Ofen oder auf eine Bank, aber niemals direkt darauf. Nach dem Saunagang lässt er sich einfach leeren. Achte auch auf die Größe der Kelle: Bei einem 6-kW-Saunaofen ist beispielsweise eine Füllmenge von höchstens 0,2 Litern vorgesehen. Mit einer entsprechend kleinen Kelle kannst du das Wasser besser dosieren und vermeidest, versehentlich zu viel auf einmal auf die Steine zu gießen.

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Redaktioneller Hinweis

Dieser Beitrag beruht auf der DGUV-Handlungshilfe zum Aufguss in Saunabetrieben und auf Bedienungsanleitungen mehrerer Saunaöfen. Die DGUV-Messungen betreffen gewerbliche Saunen, die Anleitungen gelten jeweils nur für das genannte Modell. Für deinen eigenen Ofen zählt die Anleitung des Herstellers. Der Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Mit * gekennzeichnete Links sind Affiliate-Links. Stand der Recherche: 31.10.2026.

Quellen

Gesundheits- und Fachquellen

Hersteller- und Anbieterseiten

Medienbericht

 

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