Gewohnheiten erfahrener Saunagänger

Wer neu in die Sauna geht, orientiert sich zunächst an den üblichen Regeln. Erfahrene Saunagänger entwickeln dagegen mit der Zeit ihren eigenen Rhythmus. Sie lassen den Abend ruhiger angehen und konzentrieren sich auf das, was ihnen guttut, statt möglichst viel Programm unterzubringen. In diesem Beitrag geht es deshalb nicht um eine weitere Liste mit Vorschriften. Ich schaue mir Gewohnheiten beim regelmäßigen Saunieren an und zeige, welche sich durch Empfehlungen und wissenschaftliche Erkenntnisse stützen lassen – und wo es vor allem auf das persönliche Wohlbefinden ankommt.
Symbolbild: Saunazeit / KI

Gewohnheit 1: Weniger Gänge, mehr Pausen

Mehr Saunagänge bedeuten nicht automatisch mehr gesundheitlichen Nutzen. Der Deutsche Sauna-Bund empfiehlt zwei bis drei Gänge pro Besuch. Laut Spektrum der Wissenschaft bringt ein vierter Gang keinen zusätzlichen Nutzen. Statt möglichst viele Durchgänge zu schaffen, lohnt es sich daher, ausreichend Zeit für die Erholung einzuplanen.

Ein Saunagang dauert üblicherweise etwa 10 bis 15 Minuten. Bei 90 °C solltest du die 15 Minuten nicht überschreiten. Das sind Richtwerte, an die du dich nicht um jeden Preis halten musst. Wenn du dich vorher unwohl fühlst, verlässt du die Kabine einfach früher.

Auch der Rechtsmediziner Marcel Verhoff betont in dem Beitrag, wie wichtig es ist, auf die Signale des eigenen Körpers zu achten.

Gewohnheit 2: Die Ruhe ist die halbe Saunazeit

Nach dem Saunagang sollte genügend Zeit zum Ausruhen bleiben. Der Deutsche Sauna-Bund empfiehlt, mindestens so lange zu pausieren, wie der Saunagang gedauert hat.

Diese Zeit gehört für mich genauso zum Saunabesuch wie die Wärme selbst. Du musst nicht gleich wieder aufstehen oder den nächsten Gang planen, sondern kannst einfach liegen bleiben und zur Ruhe kommen.

Warum man sich nach dem Saunieren manchmal nicht wohlfühlt und welche Ursachen dahinterstecken können, erfährst du im Beitrag Warum Sie sich nach der Sauna schlecht fühlen.

Ich halte es dabei ganz einfach: Nach dem Saunagang bleibe ich erst einmal liegen und stehe erst wieder auf, wenn ich mich ausreichend erholt fühle.

Gewohnheit 3: Sanft abkühlen

Nach dem Saunagang ist eine angenehme Abkühlung wichtig. Dafür muss es nicht unbedingt das eiskalte Tauchbecken sein. Entscheidend ist, dass du dich dabei wohlfühlst und deinen Kreislauf nicht überforderst. Wenn dir schwindelig wird oder du dich unwohl fühlst, solltest du die Abkühlung abbrechen.

Das Deutsche Ärzteblatt berichtete 1999 über eine Einschätzung des Deutschen Sauna-Bundes, wonach das kalte Wasser im Tauchbecken die Blutgefäße verengt und dadurch der Blutdruck ansteigt. Bei Bluthochdruck sollte man deshalb besonders vorsichtig sein und ärztlich klären, welche Form der Abkühlung geeignet ist.

Wie du nach dem Saunagang sinnvoll abkühlst, erfährst du im Beitrag Die richtige Abkühlung nach dem Saunagang.

Ich selbst bleibe vor dem Aufstehen gern noch einen Moment sitzen und stehe dann langsam auf. Das empfinde ich als angenehm. Es ist allerdings meine persönliche Gewohnheit und keine allgemeingültige Empfehlung.

Gewohnheit 4: Ruhe bedeutet auch Rücksicht

In der Sauna geht es nicht nur um die eigene Entspannung, sondern auch um Rücksicht auf andere. Leise Gespräche, ein ausreichend großes Saunatuch als Unterlage und Ruhe während des Aufgusses tragen dazu bei, dass sich alle wohlfühlen können.

Das sind keine medizinischen Vorschriften, sondern einfache Regeln der Saunakultur. Schließlich möchten die meisten Besucher abschalten und die Wärme in entspannter Atmosphäre genießen.

Welche Irrtümer sich rund um das Saunieren hartnäckig halten, erfährst du im Beitrag Sauna-Mythen im Faktencheck: 16 Irrtümer, die du kennen solltest.

Gewohnheit 5: Ein fester Rhythmus statt Ausnahmen

Regelmäßigkeit spielt beim Saunieren eine Rolle. Doch wie oft ist sinnvoll? Wissenschaftliche Studien liefern dazu interessante Hinweise, die man allerdings richtig einordnen muss.

Was die finnische Studie zeigt

In der finnischen Kuopio-Studie untersuchten Jari A. Laukkanen und seine Kollegen rund 2.300 Männer mittleren Alters aus Ostfinnland. Die Ergebnisse wurden 2015 in JAMA Internal Medicine veröffentlicht.

Männer, die zwei- bis dreimal pro Woche saunierten, hatten ein geringeres Risiko für tödliche Herz-Kreislauf-Erkrankungen als Männer, die einmal pro Woche in die Sauna gingen. Bei vier bis sieben Saunabesuchen pro Woche war der Zusammenhang noch deutlicher.

Was die Ergebnisse aussagen – und was nicht

Die Studie war eine Beobachtungsstudie. Sie zeigt also einen Zusammenhang, beweist aber nicht, dass häufigeres Saunieren allein das geringere Risiko verursacht hat. Außerdem untersuchte sie Männer einer bestimmten Altersgruppe aus einer Region Finnlands. Die Ergebnisse lassen sich deshalb nicht ohne Weiteres auf alle Menschen übertragen.

Eine weitere Studie, die 2018 in BMC Medicine veröffentlicht wurde, untersuchte Männer und Frauen. Auch hier zeigte sich insgesamt ein Zusammenhang zwischen häufigerer Saunanutzung und einer geringeren Sterblichkeit durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Für Frauen allein waren die Ergebnisse jedoch statistisch nicht eindeutig.

Wie oft sollte man nun saunieren?

Der ärztliche Berater des Deutschen Sauna-Bundes empfiehlt laut Spektrum der Wissenschaft, zwischen Saunabesuchen zwei bis drei Tage Pause einzuplanen, weil die Hitze den Körper beansprucht.

Das muss kein Widerspruch zu den Studien sein. Wissenschaftliche Beobachtungen beschreiben Zusammenhänge, während praktische Empfehlungen auch die Belastung und die Erholung berücksichtigen. Für den Alltag erscheint mir deshalb ein regelmäßiger, maßvoller Rhythmus sinnvoller als der Versuch, möglichst viele Saunabesuche unterzubringen.

Wie ein festes Wärmeritual in der dunklen Jahreszeit aussehen kann, erfährst du im Beitrag Herbstblues und Sauna – wie ein festes Wärmeritual die dunkle Jahreszeit leichter macht.

Was ist dran an „Viel hilft viel“?

Beim Saunieren halten sich einige Annahmen hartnäckig: Je heißer, desto besser. Je länger, desto gesünder. Und möglichst viele Gänge bringen besonders viel.

Die hier genannten Empfehlungen und Studien belegen solche pauschalen Aussagen nicht. Der Sauna-Bund sieht keinen zusätzlichen gesundheitlichen Nutzen von mehr als drei Gängen. Die Studien zur Häufigkeit zeigen Zusammenhänge, aber keine eindeutigen Ursache-Wirkungs-Beziehungen.

Auch das Trinken gehört zu einem vernünftigen Saunabesuch. Du solltest nicht bereits mit Flüssigkeitsmangel in die Sauna gehen und den Schweißverlust anschließend ausgleichen. Trinke vor und nach dem Saunieren ausreichend Wasser oder ungesüßten Tee. Bei Bedarf kannst du auch während der Pausen etwas trinken.

Meine Einschätzung

Bei der empfohlenen Dauer, den Pausen und der Häufigkeit gibt es unterschiedliche Angaben. Die Studien liefern außerdem keine Beweise dafür, dass möglichst häufiges Saunieren automatisch gesünder ist.

Deshalb sehe ich die Zahlen des Sauna-Bundes als Orientierung und nicht als starre Vorschrift. Was sich durch die Empfehlungen zieht, ist für mich vor allem eines: weniger Gänge, mehr Ruhe und sanfte Übergänge. Wie du dich dabei fühlst, sollte immer mitentscheiden.

Drei Gewohnheiten zum Mitnehmen

  • Weniger ist oft genug: Zwei bis drei Gänge reichen für einen üblichen Saunabesuch meist aus.
  • Gönn dir Ruhe: Plane nach jedem Gang mindestens eine ebenso lange Pause ein.
  • Kühle dich sanft ab: Wähle eine Abkühlung, die zu deinem Kreislauf passt. Erzwinge nichts und brich bei Schwindel oder Unwohlsein ab.

Fazit

Ein guter Saunaabend braucht kein großes Programm. Wer sich Zeit lässt, ausreichend pausiert und auf den eigenen Körper hört, muss nicht möglichst viele Gänge absolvieren, um den Besuch zu genießen.

Für mich ist genau das eine der wichtigsten Gewohnheiten erfahrener Saunagänger: nicht mehr aus dem Saunabesuch machen zu wollen, als einem guttut.

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Redaktioneller Hinweis

Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung recherchiert und entworfen und von Klaus Sirotzki redaktionell geprüft. Er ersetzt keine ärztliche Beratung. Die Empfehlungen des Deutschen Sauna-Bundes stammen aus Fachberichten, die Studienergebnisse sind Beobachtungsdaten und beweisen keine Wirkung. Stand der Recherche: 29.10.2026. *Mit Sternchen gekennzeichnete Links sind Affiliate-Links. Bei einem Kauf erhalte ich eine kleine Provision, für dich ändert sich der Preis nicht.

Quellen

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