Sauna-Mythen im Faktencheck: 16 Irrtümer, die du kennen solltest

Wer regelmäßig in die Sauna geht, kennt das: Irgendjemand auf der Bank hat immer einen Geheimtipp, der angeblich schon seit Generationen gilt. Manche dieser Saunaweisheiten sind harmlos, andere führen zu falschen Erwartungen. Einige können sogar deiner Gesundheit schaden. Deshalb lohnt sich ein ehrlicher Blick hinter die Kulissen. Lehn dich zurück und finde heraus, was an den bekanntesten Sauna-Mythen wirklich dran ist – und wie du deinen nächsten Saunagang noch entspannter genießen kannst.
Bild: Saunazeit / KI

Warum sich Sauna-Mythen so hartnäckig halten

Schwitzen soll den Körper entgiften, ein Saunagang angeblich Fett schmelzen lassen und das Bier danach gehört für manche einfach dazu. Solche Behauptungen klingen plausibel, werden oft weitererzählt und sind irgendwann kaum noch von gesicherten Erkenntnissen zu unterscheiden.

In diesem Artikel nehmen wir 16 verbreitete Sauna-Mythen und Irrtümer unter die Lupe. Du erfährst, welche Aussagen einen wahren Kern haben, wo die Wissenschaft noch Fragen offenlässt und welche Regeln beim Saunieren wirklich wichtig sind.

 

Mythen rund um Gesundheit und Abwehrkräfte

Mythos 1: „In der Sauna schwitzt du Giftstoffe aus“

Falsch. Der Begriff „Entschlacken“ klingt zwar überzeugend, beschreibt aber keinen wissenschaftlich anerkannten Entgiftungsprozess, den du durch Saunieren gezielt ankurbeln könntest.

Mit dem Schweiß verliert dein Körper vor allem Wasser und Elektrolyte, darunter Natrium und Chlorid. Auch kleine Mengen anderer Stoffe werden ausgeschieden. Die wesentliche Arbeit bei der Verarbeitung und Ausscheidung vieler Stoffwechselprodukte übernehmen jedoch Leber und Nieren.

Das bedeutet keineswegs, dass die Sauna nutzlos wäre. Die Wärme kann die Durchblutung der Haut steigern, die Muskulatur entspannen und dir helfen, Abstand vom Alltag zu gewinnen. Du musst nicht entgiften, um von einem Saunagang zu profitieren.

 

Mythos 2: „Mit Sauna kannst du abnehmen“

Leider falsch – zumindest, wenn du damit Fettabbau meinst.

Nach mehreren Saunagängen kann die Waage durchaus weniger anzeigen. Der Gewichtsverlust entsteht aber überwiegend durch den Flüssigkeitsverlust beim Schwitzen. Sobald du wieder ausreichend trinkst, steigt das Gewicht entsprechend an.

Durch die Wärmebelastung verbraucht dein Körper zwar Energie. Der Effekt ist jedoch kein Ersatz für regelmäßige Bewegung und eine ausgewogene Ernährung, wenn du dauerhaft abnehmen möchtest.

Die Sauna kann trotzdem eine sinnvolle Ergänzung sein: Sie bietet dir eine entspannende Auszeit und kann nach körperlicher Belastung als angenehm empfunden werden. Weniger Gewicht direkt nach dem Saunieren bedeutet nicht automatisch weniger Körperfett.

 

Mythos 3: „Eine Erkältung kannst du einfach ausschwitzen“

Falsch. Bei Fieber und einem akuten Infekt solltest du auf die Sauna verzichten.

Die Hitze fordert Herz und Kreislauf zusätzlich, während dein Körper bereits mit der Infektion beschäftigt ist. Du riskierst dadurch, dich unnötig zu belasten. Auch eine schnellere Genesung durch das Ausschwitzen ist nicht belegt.

Eine Untersuchung mit Menschen, die bereits erkältet waren, fand keinen überzeugenden Nutzen heißer, trockener Saunaluft für die Gesamtheit der Beschwerden.

Hinzu kommt die Rücksicht auf andere: In einer öffentlichen Sauna kannst du Krankheitserreger weitergeben.

Warte deshalb, bis du wieder gesund bist und dich belastbar fühlst. Bei anhaltenden Beschwerden oder Unsicherheit ist ärztlicher Rat sinnvoll. Eine Erkältung lässt sich nicht einfach aus dem Körper herausschwitzen.

 

Mythos 4: „Sauna stärkt die Abwehrkräfte“

Möglicherweise – aber der Schutz vor Erkältungen ist nicht abschließend bewiesen.

Regelmäßiges Saunieren wird mit verschiedenen positiven gesundheitlichen Effekten in Verbindung gebracht. Einzelne Untersuchungen deuten auch darauf hin, dass regelmäßige Saunagänger seltener an Erkältungen leiden könnten.

Die Aussagekraft solcher Ergebnisse ist allerdings begrenzt. Manche Studien umfassen nur kleine Teilnehmergruppen, andere zeigen Zusammenhänge, ohne eindeutig zu beweisen, dass die Sauna selbst die Ursache ist.

Wenn du regelmäßig saunierst, kann das eine wohltuende Ergänzung deines Alltags sein. Du solltest daraus aber keine Garantie gegen Erkältungen ableiten. Ausreichend Schlaf, Bewegung, eine ausgewogene Ernährung und die üblichen Hygienemaßnahmen bleiben ebenfalls wichtig.

Fazit: Regelmäßiges Saunieren kann zum Wohlbefinden beitragen. Wie groß sein tatsächlicher Einfluss auf die Infektabwehr ist, muss weiter untersucht werden.

 

Mythen rund um Herz, Kreislauf und Schwangerschaft

Mythos 5: „Sauna ist schlecht fürs Herz“

Für viele gesunde Menschen ist diese Aussage falsch. Saunieren führt zu vorübergehenden Veränderungen im Herz-Kreislauf-System: Die Haut wird stärker durchblutet, der Puls steigt und der Blutdruck kann sich verändern.

Finnische Langzeitstudien unter Leitung von Jari Laukkanen fanden einen Zusammenhang zwischen häufigeren Saunabesuchen und einem geringeren Risiko, an bestimmten Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben. Auch kleinere Untersuchungen zeigen kurzfristige Veränderungen der Gefäßfunktion nach dem Saunieren.

Wichtig ist die Einordnung: Solche Ergebnisse beweisen nicht, dass häufiges Saunieren allein das Erkrankungs- oder Sterberisiko senkt. Außerdem lassen sich die Ergebnisse nicht pauschal auf Menschen mit bestehenden Herzproblemen übertragen.

Wenn du eine Herzschwäche, instabile Herz-Kreislauf-Erkrankungen, frische Herzprobleme oder ausgeprägte Herzrhythmusstörungen hast, solltest du vor dem Saunieren ärztlich klären lassen, ob und unter welchen Bedingungen es für dich geeignet ist.

Die Sauna ist für viele gesunde Menschen gut verträglich. Sie ist aber kein Ersatz für eine medizinische Behandlung oder ein garantierter Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

 

Mythos 6: „Mit Bluthochdruck ist die Sauna tabu“

Nicht grundsätzlich. Menschen mit gut eingestelltem Bluthochdruck können unter geeigneten Bedingungen häufig saunieren. Entscheidend sind der individuelle Gesundheitszustand, die Verträglichkeit der Wärme und der Umgang mit der anschließenden Abkühlung.

Ein abrupter Kältereiz kann den Kreislauf stark beanspruchen. Ein sehr kaltes Tauchbecken ist deshalb nicht für jeden geeignet, insbesondere nicht bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder unkontrolliertem Blutdruck.

Kühle dich lieber schrittweise ab, zum Beispiel zunächst an der frischen Luft und anschließend mit einer kalten Dusche, sofern du diese gut verträgst.

Bei schlecht eingestelltem Bluthochdruck, weiteren Erkrankungen oder Unsicherheit solltest du vorher ärztlichen Rat einholen.

Wichtig: Nicht allein die Diagnose entscheidet, sondern auch, wie stabil dein Blutdruck eingestellt ist und wie dein Körper auf Wärme und Kälte reagiert.

 

Mythos 7: „Schwangere dürfen nicht in die Sauna“

Ein pauschales Ja oder Nein wird der Situation nicht gerecht.

Einige Untersuchungen sprechen dafür, dass bestimmte Formen des Saunierens bei gesunden Schwangeren unter kontrollierten Bedingungen gut vertragen werden können. Die Studienlage ist jedoch begrenzt, und Überhitzung, Flüssigkeitsverlust sowie Kreislaufprobleme müssen berücksichtigt werden.

Besonders in den ersten Schwangerschaftswochen ist Vorsicht wichtig. Empfehlungen können je nach Ausgangslage unterschiedlich ausfallen. Wer bereits vor der Schwangerschaft regelmäßig sauniert hat, bringt außerdem andere Voraussetzungen mit als jemand, der neu damit anfangen möchte.

Bei einer Risikoschwangerschaft, Blutdruckproblemen, drohender Frühgeburt oder anderen Komplikationen solltest du auf keinen Fall ohne medizinische Rücksprache saunieren. Auch bei einer unkomplizierten Schwangerschaft ist es sinnvoll, die individuelle Situation mit der Frauenärztin oder dem Frauenarzt zu besprechen.

Unser Rat: Entscheide nicht allein nach allgemeinen Sauna-Tipps aus dem Internet. In der Schwangerschaft haben individuelle medizinische Empfehlungen Vorrang.

 

Mythen rund um den richtigen Saunagang

Mythos 8: „Je heißer und länger, desto gesünder“

Falsch. Ein Saunagang ist kein Wettkampf. Mehr Hitze und eine längere Aufenthaltsdauer bedeuten nicht automatisch einen größeren gesundheitlichen Nutzen.

Für viele erfahrene Saunagänger sind etwa 8 bis 15 Minuten ein gebräuchlicher Orientierungswert. Entscheidend ist jedoch, wie gut du die Wärme verträgst. Als Anfänger solltest du kürzer beginnen, eine niedrigere Bank wählen und dich langsam an die Belastung gewöhnen.

Auch mehrere Durchgänge sind kein Pflichtprogramm. Zwei angenehme Saunagänge können für dich vollkommen ausreichen. Wenn du Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen oder ausgeprägtes Herzklopfen bemerkst, verlässt du die Kabine sofort.

Weitere Hinweise findest du in unserem Ratgeber Richtiges Saunieren: Sauna-Grundregeln.

Merke: Nicht die möglichst lange Zeit auf der obersten Bank zählt, sondern ein Saunagang, nach dem du dich wohlfühlst.

Damit du die Zeit im Blick behältst, hilft eine klassische Sauna-Sanduhr mit 15 Minuten Laufzeit. Für die eigene Sauna lohnt sich außerdem ein Thermo-Hygrometer, das dir Temperatur und Luftfeuchtigkeit auf einen Blick anzeigt. Hier findest du passende Modelle bei Amazon.*

 

Mythos 9: „Der Aufguss ist nur Show“

Nicht ganz. Ein Aufguss gehört für viele zum besonderen Saunaerlebnis. Das Wasser verdampft auf den heißen Steinen und erhöht vorübergehend die Luftfeuchtigkeit. Dadurch kann sich die Wärme deutlich intensiver anfühlen.

Untersuchungen der Universität Jyväskylä zeigen, dass Temperatur und Luftfeuchtigkeit gemeinsam beeinflussen, wie stark der Körper während eines Saunagangs beansprucht wird. Ein Aufguss ist deshalb nicht nur eine Frage des Dufts oder der Atmosphäre, sondern kann auch die Kreislaufbelastung erhöhen.

Wenn dir die Hitze zu intensiv wird, verlasse die Kabine oder setze dich bei einem weiteren Gang auf eine niedrigere Bank. Du musst einen Aufguss nicht bis zum Ende durchhalten.

Auch bei den verwendeten Duftstoffen ist Vorsicht sinnvoll. Verwende ausschließlich für Saunaaufgüsse geeignete Produkte und halte dich an die Dosierungsangaben. Alkoholhaltige Flüssigkeiten gehören nicht auf die heißen Steine: Sie sind dafür ungeeignet und können zusätzliche Risiken mit sich bringen.

Wenn du mehr über die richtige Anwendung erfahren möchtest, findest du hier unseren Ratgeber zum Saunaaufguss in der Heimsauna.

Wenn du zu Hause einen Aufguss machen möchtest, greif am besten zu einem Saunaaufguss-Konzentrat, das ausdrücklich für die Sauna geeignet ist. Achte dabei auf die Dosierangaben des Herstellers. Beliebte Aufgussmittel bei Amazon ansehen.*

 

Mythos 10: „Ohne eiskaltes Tauchbecken bringt die Sauna nichts“

Falsch. Du musst dich nach dem Saunagang nicht ins Eiswasser stürzen, um deine Auszeit sinnvoll abzuschließen.

Nach der Wärme ist eine Abkühlung üblich. Du kannst zunächst einige Minuten an die frische Luft gehen und dich anschließend mit Wasser abkühlen. Eine kalte Dusche oder ein Wasserguss reichen vielen Menschen vollkommen aus.

Ein Tauchbecken setzt einen kräftigen Kältereiz und kann Herz und Kreislauf stark beanspruchen. Wer gesundheitliche Probleme hat oder Kälte schlecht verträgt, sollte darauf verzichten beziehungsweise die geeignete Abkühlung ärztlich abklären lassen.

Beginne bei einer Wasseranwendung behutsam an Beinen und Armen und gehe erst anschließend zum Rumpf über, sofern du die Kälte gut verträgst.

Eiskalt ist nicht automatisch besser. Die Abkühlung soll dir guttun und nicht zu einer zusätzlichen Belastungsprobe werden.

 

Mythos 11: „Du darfst nass in die Sauna“

Nach dem Duschen solltest du dich gründlich abtrocknen. Das gehört zu den üblichen Regeln für einen Saunabesuch.

Vor allem in öffentlichen Saunen ist die Dusche vor dem ersten Gang wichtig, um Schweiß, Schmutz und Rückstände von der Haut zu entfernen. Anschließend trocknest du dich ab und legst in der Kabine ein ausreichend großes Handtuch unter deinen gesamten Körper.

Die oft wiederholte Erklärung, dass du mit trockener Haut grundsätzlich schneller ins Schwitzen kommst, ist allerdings zu pauschal. Wie der Körper auf die Wärme reagiert, hängt von mehreren Faktoren ab.

Du musst also keinen vermeintlichen Schwitzvorteil erreichen. Gründliches Duschen, Abtrocknen und ein sauberes Saunatuch sind vor allem eine Frage der Hygiene und des angenehmen Saunierens.

 

Mythos 12: „Ein kühles Bier nach der Sauna gehört dazu“

Alkohol nach dem Saunieren ist keine gute Idee. Die Hitze verändert die Durchblutung und beansprucht den Kreislauf. Alkohol kann die Blutgefäße erweitern, die Reaktionsfähigkeit beeinträchtigen und Kreislaufprobleme begünstigen.

Wenn du nach dem Saunagang Alkohol trinkst, können sich diese Belastungen ungünstig ergänzen. Auch das Risiko für Unfälle steigt, wenn du dich durch die Wärme bereits erschöpft fühlst und zusätzlich Alkohol konsumierst.

Greif deshalb lieber zu Wasser, ungesüßtem Tee oder einer Saftschorle. Damit kannst du den Flüssigkeitsverlust ausgleichen. Ein alkoholfreies Bier ist ebenfalls eine mögliche Alternative, sofern du es gut verträgst.

Mein Tipp: Mach das Getränk nach der Sauna zu einem Teil deiner Erholung – nicht zu einer zusätzlichen Belastung.

 

Mythen rund um Hygiene, Haut, Kinder und Infrarot

Mythos 13: „Bei der Hitze überlebt kein Keim – Badelatschen brauchst du nicht“

Falsch. Die Temperaturen in der Saunakabine sorgen nicht dafür, dass sämtliche Krankheitserreger im gesamten Saunabereich verschwinden. Böden, Duschen, Umkleiden und andere feuchte Flächen müssen gesondert betrachtet werden.

Fußpilz kann in gemeinschaftlich genutzten Nassbereichen übertragen werden. Deshalb sind eigene Badeschuhe in öffentlichen Saunen und Schwimmbädern sinnvoll. Trockne deine Füße nach dem Duschen sorgfältig ab, besonders zwischen den Zehen.

Praktisch sind rutschfeste Saunaschuhe, die schnell trocknen, sowie ein extra großes Saunatuch, auf dem du vollständig liegen kannst, ohne das Holz zu berühren. Saunaschuhe und Saunatücher bei Amazon entdecken.*

Auch das Handtuch spielt eine wichtige Rolle: Es sollte so groß sein, dass dein gesamter Körper darauf Platz findet und kein Schweiß direkt auf das Holz gelangt.

Ob du in einer Sauna Badekleidung tragen darfst oder sollst, hängt von den Hausregeln der jeweiligen Einrichtung ab. Halte dich daran und dusche dich vor dem Saunagang gründlich ab.

Gute Hygiene ist kein unnötiger Aufwand. Sie hilft dir, das Saunieren angenehmer zu gestalten und vermeidbare Infektionsrisiken zu reduzieren.

 

Mythos 14: „Die Sauna trocknet deine Haut aus“

Nicht zwangsläufig. Viele Menschen empfinden ihre Haut nach dem Saunieren als angenehm warm und gut durchblutet. Daraus lässt sich allerdings nicht ableiten, dass die Sauna jede Haut verbessert oder grundsätzlich vor Austrocknung schützt.

Wie deine Haut reagiert, hängt unter anderem von ihrem Zustand, deiner Pflege und der Häufigkeit der Anwendungen ab. Bei empfindlicher oder sehr trockener Haut kann es sinnvoll sein, auf aggressive Reinigungsprodukte zu verzichten und die Haut nach dem letzten Saunagang bei Bedarf mit einer milden, rückfettenden Pflege zu unterstützen.

Bei Neurodermitis kann Schweiß bei manchen Menschen Juckreiz oder Hautreizungen verstärken. Beobachte deshalb, wie du persönlich auf die Wärme reagierst.

Die Sauna muss deine Haut nicht austrocknen. Entscheidend sind deine individuellen Voraussetzungen und eine passende Hautpflege.

 

Mythos 15: „Kinder gehören nicht in die Sauna“

Kinder können unter geeigneten Bedingungen saunieren, brauchen aber besondere Aufmerksamkeit.

In manchen Ländern gehört die Familiensauna zum Alltag. Trotzdem lassen sich Erfahrungen aus anderen Familien oder Ländern nicht ohne Weiteres auf jedes Kind übertragen.

Kinder reagieren anders auf Wärme als Erwachsene. Alter, Entwicklungsstand, Gesundheitszustand und Gewöhnung spielen eine Rolle. Deshalb sind pauschale Empfehlungen wie eine bestimmte Temperatur oder eine feste Aufenthaltsdauer für alle Kinder nicht sinnvoll.

Wenn du mit deinem Kind saunieren möchtest, informiere dich über geeignete Empfehlungen, beginne besonders vorsichtig und bleibe während des gesamten Aufenthalts unmittelbar dabei. Das Kind muss die Sauna jederzeit verlassen können, wenn es sich unwohl fühlt. Auf intensive Aufgüsse und abrupte extreme Kältereize solltest du verzichten.

Bei Säuglingen, gesundheitlichen Problemen oder Unsicherheit solltest du vorab kinderärztlichen Rat einholen. Zusätzlich gelten die Altersregeln der jeweiligen Saunaanlage.

Wichtig: Es geht nicht darum, Kinder möglichst früh an hohe Temperaturen zu gewöhnen. Ihr Wohlbefinden und ihre Sicherheit stehen immer an erster Stelle.

 

Mythos 16: „Eine Infrarotkabine ist dasselbe wie eine Sauna“

Falsch. Beide Anwendungen nutzen Wärme, unterscheiden sich aber in ihrer Funktionsweise.

In einer klassischen finnischen Sauna wird die Kabine stark aufgeheizt. Die heiße Luft und die Strahlungswärme der Oberflächen erwärmen deinen Körper. Bei einer Infrarotkabine geben spezielle Strahler Infrarotstrahlung ab, die im Körpergewebe absorbiert wird. Die Lufttemperatur ist dabei meist niedriger als in einer klassischen Sauna.

Manche Menschen empfinden eine Infrarotkabine deshalb als angenehme Alternative, insbesondere wenn ihnen die sehr hohen Lufttemperaturen einer finnischen Sauna nicht zusagen. Daraus folgt jedoch nicht automatisch, dass sie für jeden Menschen kreislaufschonender oder gesundheitlich besser geeignet ist.

Auch die wissenschaftlichen Ergebnisse sind nicht beliebig übertragbar: Viele Langzeituntersuchungen zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen beziehen sich auf die finnische Sauna. Daraus lassen sich nicht ohne Weiteres dieselben Effekte für alle Infrarotanwendungen ableiten.

Welche Variante besser zu dir passt, hängt von deinen Vorlieben, deiner Verträglichkeit und deinen persönlichen Zielen ab.

 

Alle Sauna-Mythen auf einen Blick

Sauna-Mythos Was stimmt wirklich?
Schwitzen entgiftet den Körper Nein. Leber und Nieren übernehmen wesentliche Aufgaben bei der Ausscheidung von Stoffwechselprodukten.
In der Sauna nimmst du ab Der kurzfristige Gewichtsverlust entsteht überwiegend durch Wasserverlust, nicht durch Fettabbau.
Eine Erkältung kannst du ausschwitzen Bei Fieber und akuten Infekten solltest du auf die Sauna verzichten.
Sauna stärkt die Abwehrkräfte Ein möglicher Schutzeffekt wird untersucht, ist aber nicht abschließend belegt.
Sauna ist schlecht fürs Herz Für viele gesunde Menschen ist sie gut verträglich; bei Herzproblemen ist Vorsicht nötig.
Bluthochdruck bedeutet Saunaverbot Nicht grundsätzlich. Entscheidend sind die Einstellung des Blutdrucks und die individuelle Belastbarkeit.
Schwangere dürfen nicht in die Sauna Die Situation muss individuell beurteilt werden; ärztliche Beratung ist sinnvoll.
Je heißer und länger, desto gesünder Nein. Die Verträglichkeit ist wichtiger als die Dauer oder Temperatur.
Der Aufguss ist nur Show Er verändert die Luftfeuchtigkeit und kann die Wärmebelastung erhöhen.
Ohne Eiswasser bringt die Sauna nichts Eine verträgliche Abkühlung ist auch ohne Tauchbecken möglich.
Nass in die Sauna ist egal Vor dem Saunagang solltest du dich gründlich duschen und abtrocknen.
Bier nach der Sauna gehört dazu Alkohol kann Kreislaufprobleme und Unfälle begünstigen.
Badelatschen sind überflüssig Badeschuhe sind in gemeinschaftlich genutzten Nassbereichen sinnvoll.
Sauna trocknet die Haut aus Die Reaktion hängt vom Hautzustand und der individuellen Pflege ab.
Kinder gehören nicht in die Sauna Saunieren kann unter geeigneten Bedingungen möglich sein, erfordert aber besondere Vorsicht.
Infrarotkabine ist dasselbe wie Sauna Beide nutzen Wärme, unterscheiden sich aber in der Anwendung und der wissenschaftlichen Datenlage.

Fazit: Weniger Mythos, mehr Saunagenuss

Die Sauna kann eine wohltuende Auszeit sein. Sie ist weder eine Entgiftungskur noch ein Abnehmwunder. Dafür bietet sie vielen Menschen angenehme Wärme, Entspannung und eine willkommene Pause vom Alltag.

Du musst dafür weder möglichst lange auf der obersten Bank sitzen noch dich anschließend ins eiskalte Wasser stürzen. Achte auf dein Wohlbefinden, kühle dich so ab, wie es für dich angenehm und verträglich ist, und gleiche den Flüssigkeitsverlust aus.

Bei Fieber und akuten Infekten ist eine Pause angesagt. Wenn du Herz-Kreislauf-Probleme hast, schwanger bist oder mit kleinen Kindern saunieren möchtest, solltest du die besonderen Voraussetzungen berücksichtigen.

Am Ende ist die wichtigste Regel ganz einfach: Saunieren soll guttun und kein Leistungstest sein. Wenn du auf deinen Körper hörst und die verbreiteten Irrtümer kennst, kannst du deine Sauna-Auszeit bewusster genießen.

 

Häufige Fragen zu Sauna-Mythen

Wie oft sollte ich in die Sauna gehen?
Das hängt von deiner Gesundheit, deiner Gewöhnung und deinem persönlichen Wohlbefinden ab. Viele Menschen saunieren ein- bis zweimal pro Woche. Eine bestimmte Häufigkeit ist jedoch nicht für jeden Menschen medizinisch notwendig. Wichtiger ist, dass du die Wärme gut verträgst und ausreichend Ruhe einplanst.
Wie viel sollte ich nach der Sauna trinken?
Gleiche den Flüssigkeitsverlust aus und orientiere dich an deinem Durst sowie daran, wie stark du geschwitzt hast. Wasser, ungesüßter Tee und Saftschorle sind dafür geeignete Möglichkeiten. Bei bestimmten Erkrankungen, bei denen die Trinkmenge begrenzt werden muss, gelten die ärztlichen Vorgaben.
Darf ich direkt nach dem Sport in die Sauna?
Nach dem Sport solltest du zunächst zur Ruhe kommen und warten, bis sich Puls und Atmung beruhigt haben. Wenn du erschöpft bist, dich unwohl fühlst oder deutliche Kreislaufprobleme bemerkst, solltest du den Saunagang verschieben. Achte außerdem darauf, ausreichend Flüssigkeit zur Verfügung zu haben.
Wann sollte ich auf die Sauna verzichten?
Bei Fieber, akuten Infekten und akuten Entzündungen solltest du nicht saunieren. Auch bei frischen Herzproblemen, instabilen Kreislaufverhältnissen oder anderen ernsthaften Beschwerden ist Zurückhaltung wichtig. Bei chronischen Erkrankungen, Schwangerschaft oder Medikamenten, die den Kreislauf beziehungsweise die Wärmeregulation beeinflussen, solltest du bei Unsicherheit ärztlichen Rat einholen.

 

Quellen und weiterführende Informationen
Redaktioneller Hinweis

Gesundheitlicher Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Die Verträglichkeit von Saunagängen ist individuell verschieden. Bei Vorerkrankungen, Schwangerschaft, gesundheitlichen Beschwerden oder Unsicherheit kläre bitte mit deiner Ärztin oder deinem Arzt, ob und unter welchen Bedingungen Saunieren für dich geeignet ist.

Studienlage: Viele Erkenntnisse zur Sauna stammen aus Beobachtungsstudien, vor allem aus Finnland. Sie zeigen Zusammenhänge, beweisen aber nicht in jedem Fall eine direkte Ursache. Die Ergebnisse der klassischen Sauna lassen sich zudem nicht eins zu eins auf Infrarotkabinen übertragen.

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