Wenn dein Blut zum Risikofaktor wird
Das größte Problem ist nicht die Hitze an sich, sondern das, was sie mit deinem Blut macht. Wenn du extrem schwitzt, verlierst du massiv Flüssigkeit – diese zieht sich dein Körper aus dem Blutplasma. Das Ergebnis nennt man Hämokonzentration: Dein Blut dickt ein und wird zähflüssiger.
Gleichzeitig fehlt in der Sauna die sogenannte Muskelpumpe. Beim Sport pumpen deine Beinmuskeln das Blut aktiv zum Herzen zurück; in der Sauna liegst du regungslos. Dein Herz muss also Schwerstarbeit leisten, um das zähe Blut gegen den Widerstand durch die Gefäße zu pressen – und das bei einem Puls wie beim Joggen. Für den Herzmuskel kann das zu einer Unterversorgung mit Sauerstoff führen, selbst wenn du dich fit fühlst.
Die Hormon-Falle: Warum du die Warnung nicht spürst

Warum bleiben wir oft sitzen, obwohl es eigentlich schon zu viel ist? Dein Gehirn spielt dir einen Streich. Weil Hitze Stress bedeutet, schüttet dein Körper Endorphine (Glückshormone) aus. Dieser „Sauna-High“-Effekt wirkt wie ein natürliches Schmerzmittel. Er maskiert die ersten Warnsignale der Erschöpfung, sodass du dich entspannt fühlst, während dein Kreislauf bereits am Limit kämpft.
Achte deshalb penibel auf diese Warnsignale, bei denen du die Kabine sofort verlassen musst:
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Der Kälteschauer: Wenn du bei 90 Grad plötzlich eine Gänsehaut bekommst oder fröstelst, steht dein Kreislauf kurz vor dem Kollaps.
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Trockene Haut (Anhidrose): Wenn du plötzlich aufhörst zu schwitzen und die Haut brennt, droht ein Hitzschlag.
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Neurologische Aussetzer: Tunnelblick, Flimmern vor den Augen oder eine bleierne Müdigkeit sind keine Entspannung, sondern Zeichen für Sauerstoffmangel im Gehirn.
So schützt du dich: Regeneration ist alles

Nicht nur die Dauer, auch die Häufigkeit entscheidet. Tägliches Saunieren kann deinen Elektrolythaushalt (Kalium und Magnesium) dauerhaft durcheinanderbringen, was Herzrhythmusstörungen begünstigt. Auch deine Nieren leiden, wenn sie durch den Flüssigkeitsmangel Schadstoffe nicht mehr richtig ausspülen können.
Damit die Sauna gesund bleibt, halte dich an diese Sicherheits-Strategien:
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Trinken mit Verstand: Wasser allein verdünnt dein Blut weiter. Nutze nach starkem Schwitzen isotonische Getränke (z.B. Saftschorle), um Salze aufzufüllen.
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Die 2:1 Regel: Deine Ruhephase sollte immer doppelt so lang sein wie dein letzter Saunagang.
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Puls-Check: Gehe erst wieder in die Hitze, wenn dein Puls sich vollständig beruhigt hat.
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Kein falscher Ehrgeiz: Verlasse die Sauna, sobald es unangenehm wird – egal, was die Sanduhr sagt.
Dein Körper ist ein Wunderwerk, aber er hat Grenzen. Wahre Saunakompetenz beweist nicht, wer am längsten aushält, sondern wer am besten auf sich achtet.
Wichtiger medizinischer Hinweis
Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen zu den physiologischen Auswirkungen des Saunierens dienen ausschließlich der allgemeinen Aufklärung und können eine individuelle ärztliche Beratung oder Diagnose nicht ersetzen. Starke Hitzeexposition stellt eine Belastung für das Herz-Kreislauf-System dar. Personen mit bekannten Vorerkrankungen (insb. Herz, Blutdruck oder Nieren) oder unsicherem Gesundheitsstatus sollten vor dem Saunabesuch zwingend Rücksprache mit ihrem Hausarzt oder Kardiologen halten. Bei akuten Beschwerden brechen Sie die Anwendung sofort ab und suchen Sie medizinische Hilfe.
