Über Aufgussdüfte und Holzarten wird in der Sauna stundenlang gesprochen. Das Tuch, das jeder Gast bei jedem Besuch benutzt, kommt dagegen kaum vor. Dabei entscheidet es mit, ob ein Saunagang entspannt verläuft oder ob du ständig an deiner Unterlage herumrückst. Im Herbst und Winter kommt ein zweiter Punkt hinzu: Feuchte Luft lässt Textilien langsam trocknen, und ein falsch gewähltes Tuch wird schnell zur Last in der Tasche.
Was ich über die Jahre gelernt habe
Ich sauniere seit mehr als 35 Jahren, habe mit vielen Saunameistern gesprochen, bei Zeremonien mitgeschwitzt und große wie kleine Saunen besucht. Dabei achtet man irgendwann auf Dinge, die anfangs kaum eine Rolle spielen, und das Handtuch gehört dazu. Es muss nicht möglichst groß oder flauschig sein. Es soll in der Kabine angenehm sein, genügend Platz bieten und sich nach dem Saunagang gut handhaben lassen. Gerade bei längeren Besuchen zeigt sich, wie wichtig es ist, dass Größe, Material und Gewicht zum eigenen Ablauf passen.
Die Empfehlungen in diesem Beitrag beruhen deshalb auf zwei Quellen. Die Rollenverteilung der Tücher, also welches Gewebe in die Kabine gehört und welches in den Ruheraum, stammt aus meiner Saunapraxis. Grammatur-Bereiche, Siegel und Materialangaben habe ich mit Herstellerangaben und Handelsratgebern abgeglichen. Wo sich etwas nicht belegen lässt, steht das ausdrücklich dabei.
Frottee in der Saunakabine: dicht, groß und saugstark
In der Kabine trocknest du dich nicht ab, du schwitzt. Der Schweiß fließt vom Körper, und dein Saunatuch fängt ihn auf, bevor er auf das Holz gelangt. Es muss viel Feuchtigkeit aufnehmen, ohne nach kurzer Zeit durchnässt zu sein. Dafür gehört ein dichtes Frottee in die Kabine. Seine Schlingen speichern viel Flüssigkeit, und das kräftige Gewebe liegt auch bei mehreren Saunagängen angenehm unter dir.
Welche Grammatur ist sinnvoll?
Die Grammatur gibt das Gewicht pro Quadratmeter an (g/m²) und zeigt, wie dicht ein Tuch gewebt ist. Als grobe Orientierung gilt:
- Etwa 350 bis 400 g/m²: leichter und weniger voluminös, praktisch, wenn du wenig schwitzt oder viel unterwegs bist.
- Etwa 450 bis 550 g/m²: der gängige Bereich für ein kräftiges Saunatuch, das viel Schweiß aufnimmt und trotzdem überschaubar trocknet.
- Ab etwa 600 g/m²: sehr voluminös und flauschig, dafür schwer und im Herbst deutlich langsamer trocken.
Das sind Orientierungswerte und keine Qualitätsklassen. Ein schweres Tuch ist nicht automatisch saugfähiger oder besser verarbeitet, denn auch Garn, Fasern und Schlingenstruktur spielen eine Rolle. Für die Kabine empfehle ich Modelle um 500 g/m², zum Beispiel das Blumtal Saunatuch in 80 × 200 cm. Etwas leichter sind die Betz Saunatücher XXL. Prüfe vor dem Kauf die Angaben zum konkreten Produkt, nicht allein den Markennamen.
Was sagt das OEKO-TEX®-Siegel aus?
Das Label OEKO-TEX® STANDARD 100 kennzeichnet Textilien, die auf Schadstoffe geprüft wurden. Bei einem Tuch, das lange auf nackter Haut liegt, ist das ein sinnvoller Anhaltspunkt. Achte darauf, dass das Siegel für das angebotene Produkt gilt. Ein allgemeines Nachhaltigkeitssiegel ist es nicht.
Welche Größe braucht ein Saunatuch?
Dein Körper sollte beim Sitzen und Liegen vollständig auf dem Tuch Platz finden, so verlangen es die meisten Saunen. Mehr zu den Regeln steht in unserer Saunaknigge. Für viele passt 80 × 200 cm. Wer groß ist oder oben ausgestreckt liegt, fühlt sich mit 100 × 200 cm wohler.
Waffelpiqué im Ruheraum: leicht und zuverlässig beim Nachschwitzen
Nach dem Abkühlen ist der Körper noch nicht fertig. Beim Nachschwitzen kommt die Wärme von innen nach, und genau jetzt zeigt ein leichtes Waffelpiqué seine Stärke. Es nimmt die Feuchtigkeit zuverlässig auf, liegt aber nicht schwer auf der Haut. Als Unterlage auf der Liege oder als Hülle für die Schultern bleibt es angenehm, auch wenn du länger ruhst.
Das Gewebe erkennst du an seinem Wabenmuster. Statt Schlingen hat es eine flache, strukturierte Oberfläche, die sich platzsparend zusammenlegen lässt. Hersteller und Händler geben an, dass leichte Waffelpiqué-Tücher schneller trocknen als schwere Frottee-Modelle. Wie viel schneller, hängt von Material, Luftfeuchtigkeit und Luftzirkulation ab, eine feste Zeitersparnis lässt sich nicht nennen. Beim ersten Anfassen fühlt sich Waffelpiqué meist etwas griffiger an als flauschiges Frottee, nach einigen Wäschen wird es geschmeidiger. Du findest es zum Beispiel als Waffelpiqué-Saunatuch in 80 × 200 cm.
Frottee oder Waffelpiqué im Überblick
| Merkmal | Frottee | Waffelpiqué |
|---|---|---|
| Oberfläche | Schlingen, weich und voluminös | Wabenmuster, flach |
| Griffgefühl | meist flauschig | leichter und griffiger |
| Packmaß | bei schweren Modellen größer | bei leichten Modellen meist kompakt |
| Trocknung | voluminöse Modelle brauchen länger | leichte Modelle trocknen häufig schneller |
| Typischer Einsatz | Saunakabine, Abtrocknen | Ruheraum, Liegenunterlage |
| Worauf achten? | Größe, Grammatur, Pflege | Größe, Material, Stoffdichte, Pflege |
Die Tabelle zeigt typische Unterschiede und ersetzt nicht den Blick auf das einzelne Produkt, denn ein dünnes Frottee kann kompakt sein und ein dichtes Waffelpiqué überraschend schwer.
Wie viele Tücher du wirklich brauchst
Für einen Besuch mit mehreren Stationen haben sich drei Tücher bewährt. Das dichte Frottee-Saunatuch gehört in die Kabine. Als Unterlage für die Liege im Ruheraum dient das Waffelpiqué. Das dritte ist zum Abtrocknen nach dem Duschen gedacht, ein weiches Frottee-Badetuch oder ein großes Duschtuch. Wer regelmäßig sauniert, legt sich einen zweiten Satz zu, damit die Tücher zwischen zwei Besuchen nicht unter Zeitdruck trocknen müssen. Im Herbst und Winter ist das besonders praktisch. Feuchte Tücher gehören außerdem nicht stundenlang in die Tasche, sondern zu Hause sofort zum Trocknen aufgehängt.
So bleiben deine Saunatücher saugfähig und angenehm
Weichspüler sollte tabu sein. Er lagert sich auf den Fasern ab und mindert die Saugkraft von Frottee, ausgerechnet bei dem Tuch, das Schweiß auffangen soll. Auch zu viel Waschmittel hinterlässt Rückstände, halte dich also an die Dosierung des Herstellers. Wasche dein Saunatuch nach jedem Besuch. Baumwoll-Frottee verträgt je nach Produkt häufig 60 Grad, das gilt aber nicht für jedes Tuch und jede Mischung, am Pflegeetikett erkennst du die Grenze. Danach lässt du es vollständig trocknen, am besten an einem Platz mit Luftzug, bevor es in den Schrank kommt. Ob ein Trockner geeignet ist, steht ebenfalls auf dem Etikett.
Der Praxistest für zu Hause
Wie schnell ein Tuch bei dir trocknet, findest du am besten selbst heraus. Hänge nach dem ersten Waschen zwei Tücher nebeneinander an denselben Platz und prüfe nach zwei, vier und sechs Stunden, welches sich noch klamm anfühlt. So siehst du unter deinen Bedingungen, ob sich ein leichteres Tuch für deinen Alltag lohnt, und musst dich nicht auf Herstellerversprechen verlassen.
Baumwolle oder Materialmischung?
Baumwolle ist das verbreitetste Material für Saunatücher und wird wegen ihres angenehmen Griffs geschätzt. Daneben gibt es Mischgewebe, etwa mit Lyocell, das unter dem Markennamen TENCEL™ bekannt ist. Manche Anbieter bewerben solche Mischungen mit schnellerer Trocknung. Ob das für ein bestimmtes Tuch gilt, lässt sich pauschal nicht sagen, der Praxistest oben hilft dir dabei. Vergleiche deshalb Materialzusammensetzung, Grammatur, Gewebe und Pflegehinweise des jeweiligen Modells. Etablierte Hersteller wie Cawö und Zollner bieten dafür unterschiedliche Varianten.
Häufige Fragen zu Saunatüchern
Brauche ich wirklich mehrere Saunatücher?
Ist ein schweres Saunatuch automatisch besser?
Kann ich Waffelpiqué in der Saunakabine verwenden?
Wie oft sollte ich ein Saunatuch waschen?
Darf ein Saunatuch in den Trockner?
Ist Bio-Baumwolle die nachhaltigere Wahl?
Fazit: Jede Station hat ihr Tuch
In der Kabine fängt ein dichtes Frottee mit rund 500 g/m² den Schweiß zuverlässig auf. Im Ruheraum nimmt ein leichtes Waffelpiqué das Nachschwitzen auf und trocknet danach meist schnell. Zum Abtrocknen nach dem Duschen kommt ein weiches Badetuch hinzu. Entscheidend ist am Ende, dass Größe, Material und Gewicht zu deinem eigenen Ablauf passen. Wer auf Weichspüler verzichtet, die Tücher vollständig trocknen lässt und auf das Pflegeetikett achtet, hat lange Freude an seinem Set. Wie du den Saunabesuch in der kühlen Jahreszeit insgesamt gestaltest, liest du in unserem Beitrag zum Saunaaufguss im Herbst.
Quellen: Herstellerangaben zu Grammatur und Siegeln (u. a. Blumtal, Lashuma, Betz); Manor, Ratgeber zu Handtuchmaterial (manor.ch). Eigenschaften wie Saugfähigkeit und Trocknungszeit variieren je nach Produkt und Nutzung.
Du liebst diesen Blog?
Mache uns zu deiner BEVORZUGTEN GOOGLE-QUELLE. [Klicke hier, um uns zu priorisieren.]
Google Search →