Kurzgeschichten

Kleiner Künstler

Es ist Dienstag - wunderbar! Der Dienstag ist nämlich mein Saunatag und seit nicht mehr nur der fünfjährige Benny sondern auch noch die Zwillinge Frederike und Marie da sind, ist mein Alltag sehr anstrengend.

Kurzgeschichte von "Gastautor"

Kurzgeschichte von „Gastautor“

Luisa, meine Frau arbeitet als Physikerin an der Hochschule und ich habe meinen Job als Versicherungsvertreter für die nächsten Jahre gegen die Kinderbetreuung getauscht. Es macht viel Spaß und ich bin sehr gern bei den Kindern. Nicht desto trotz freue ich mich jede Woche auf den Dienstag und auf die Erholung in der Sauna.

Benny wollte am Vormittag unbedingt schreiben lernen. „Papa, wie schreibt man dies. Papa, wie schreibt man das?“ Nächstes Jahr kommt er in die Schule und kann es kaum noch erwarten. Die beiden kleinen haben gerade einen fiesen Schnupfen und so verbrachte ich meinen Vormittag gefühlt im Laufschritt. Als ich endlich alle zur Mittagsruhe hingelegt hatte, genoss ich die kurzzeitige Ruhe auf der Couch.

   

Als Luisa nach Hause kam, fuhr ich auch gleich los zur Sauna. Ich liebe die Sauna. Was ich jedoch hasse ist, dass ich ohne Brille kaum etwas sehen kann, die Brille in der Sauna aber total beschlägt. Also ließ ich sie wie immer in der Kabine und tastete mich wie ein Maulwurf voran. Dienstags ist immer gemischte Sauna. Es sind meistens die gleichen Personen. Auch wenn wir in der Sauna kaum miteinander sprechen, kennen wir uns seit Jahren. Heute war ein Neuer dabei. Ein etwa 50 Jahre alter Mann. Er setzte sich neben mich. An meiner anderen Seite saß Valentina, eine äußerst attraktive Köchin aus Kasachstan.

Wir saßen also in der Sauna und genossen die Wärme. Plötzlich fing der Neue neben mir an zu grinsen. Ich war überrascht, wenn man neu ist, sollte man sich schließlich erstmal zusammenreißen. Außerdem, was gibt es denn überhaupt zu lachen? Jetzt fing Valentina auch an. Sie versuchte, sich zu beruhigen, aber prustete dann doch los.

   

Als die Saunazeit abgelaufen war, war ich ein wenig ärgerlich. Durch die Kicherei konnte ich mich nicht so entspannen wie sonst. Also, an der frischen Luft abkühlen und ab ins Tauchbecken. Danach fühlte ich mich wie neu geboren. Dann ab in die Kabine zum Umziehen. Als erstes setzte ich meine Brille auf, um nicht Strümpfe oder Pullover verkehrt herum anzuziehen. Da sah ich die Bescherung und den Grund für das Kichern der anderen. Benny hatte die Mittagsruhe genutzt. Er hatte nicht neben mir auf dem Sofa geschlafen, sondern meine Müdigkeit und mein kurzes Einschlafen zum Anlass genommen, mir Mondgesichter mit dem Filzstift auf die großen Zehen zu malen. Nicht auszudenken, was ihm erst einfällt, wenn er erst schreiben kann! Ich musste über meine Zehen und über mich laut lachen.

   

Draußen traf ich dann noch die anderen und sie erkannten, dass ich die Ursache für Ihr Kichern nun auch entdeckt hatte. Wir lachten herzlich, tranken zusammen einen Kaffee und genossen den schönen Nachmittag. Auch, wenn wir uns seit fast zwei Jahren jede Woche in der Sauna trafen, haben wir nie viel miteinander geredet. Das war nun anders – dank meines frechen Sohnes und seiner Kunstwerke auf meinen Zehennägeln.

 

   

Weitere schöne und interessante Kurzgeschichten folgen demnächst! Schau doch gelegentlich wieder mal rein.

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*Letzte Aktualisierung am 24.05.2020 um 20:13 Uhr / Affiliate Links / Bilder & Texte von der Amazon Product Advertising API. Preise ohne Gewähr.

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